Hochansteckende Seuche – Hühner aus privater Zucht in Hüntwangen sterben an Vogelgrippe
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Hochansteckende Seuche Hühner aus privater Zucht in Hüntwangen sterben an Vogelgrippe

Seit Ende Oktober haben die Vogelgrippe-Fälle bei wildlebenden Wasservögeln in Europa stark zugenommen. Nun müssen Geflügelbetriebe Massnahmen treffen.

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In einer privaten Hühnerhaltung sind Tiere an einer hochansteckenden Variante des Vogelgrippe-Virus erkrankt. (Symbolbild)

In einer privaten Hühnerhaltung sind Tiere an einer hochansteckenden Variante des Vogelgrippe-Virus erkrankt. (Symbolbild)

DPA/Picture Alliance / Felix Kästle
Rund um den Seuchenbetrieb gelten ab Samstag die höchsten Sicherheitsbestimmungen. (Symbolbild)

Rund um den Seuchenbetrieb gelten ab Samstag die höchsten Sicherheitsbestimmungen. (Symbolbild)

Tamedia AG
Geflügelhalter in der Überwachungszone müssen strenge Schutz- und Hygienemassnahmen einhalten. (Symbolbild)

Geflügelhalter in der Überwachungszone müssen strenge Schutz- und Hygienemassnahmen einhalten. (Symbolbild)

Landbote/Tamedia AG

Darum gehts

  • Im Zürcher Unterland ist ein Vogelgrippe-Fall aufgetreten.

  • Jeder Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln ist nun zu verhindern.

  • Das Virus ist nach heutigen Erkenntnissen nicht auf den Menschen übertragbar.

In der Gemeinde Hüntwangen im Zürcher Unterland sind in einer privaten Hühnerhaltung Tiere an einer hochansteckenden Variante des Vogelgrippe-Virus erkrankt. «Viele Tiere sind gestorben. Die anderen mussten getötet werden, um eine Weiterverbreitung in andere Geflügelhaltungen zu verhindern», schreibt die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich in einer Mitteilung.

Rund um den Seuchenbetrieb gelten ab Samstag die höchsten Sicherheitsbestimmungen. Geflügelhalter in der Überwachungszone müssen strenge Schutz- und Hygienemassnahmen einhalten. Betroffen sind Gemeinden im Kanton Zürich sowie im Kanton Schaffhausen.

Bei Wasservögeln angesteckt

Der Ausbruch in Hüntwangen geht laut der Mitteilung mit grosser Wahrscheinlichkeit auf infizierte wildlebende Wasservögel zurück. Aufgrund des Vogelzugs treffen Wasservögel momentan in der Schweiz ein, um an unseren Gewässern zu überwintern. Um Ansteckungen zu verhindern, hat der Bund entlang von Seen und Flüssen im Mittelland einen kilometerbreiten Uferstreifen zum Kontrollgebiet und einen drei Kilometer breiten Uferstreifen zum Beobachtungsgebiet erklärt. Das Virus ist laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nach heutigen Erkenntnissen nicht auf den Menschen übertragbar.

Vogelgrippe-Fälle nehmen stark zu

Anfang dieser Woche bestätigten die Behörden von Baden-Württemberg in der Nähe der Schweizer Grenze eine hochansteckende Variante der Vogelgrippe bei Schwänen. Der Fall im Zürcher Unterland im Gebiet des Rheins ist nun der erste in der Schweiz in einer Hobbyhaltung mit Hühnern und Wasservögeln. Die weiteren Massnahmen wollen die Behörden in den nächsten Tagen kommunizieren.

Seit Ende Oktober haben die Vogelgrippe-Fälle bei wildlebenden Wasservögeln in Europa stark zugenommen. Auch sind in mehreren Ländern erste Fälle in Geflügelbetrieben aufgetreten. Derzeit treffen wildlebende Wasservögel auch an unseren Seen zur Überwinterung ein. Das grösste Übertragungsrisiko ist der direkte Kontakt zu Wasservögeln.

Bund empfiehlt Vorsorgemassnahmen

«Daher sind vorbeugende Massnahmen jetzt in der ganzen Schweiz wichtig», schreibt das BLV. Jeder Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln sei zu verhindern. Geflügelhalter sollten darum Folgendes beachten:

  • Fütterung und Tränkung in einem für Wildvögel nicht zugänglichen Geflügelstall.

  • Strikte Einhaltung der Biosicherheitsmassnahmen vor Betreten der Stallungen (Schuhwechsel, Überkleid für die Stallung, Händedesinfektion).

  • Die Freilandhaltung und der Weideauslauf sind weiterhin möglich. Vorbereitungen sind jedoch zu treffen, um gegebenenfalls die Tiere in einem geschützten Aussenklimabereich zu halten. Gitter sind auf Löcher zu überprüfen.

Auch Hobbyhaltungen muss man registrieren

Gemäss verfügbaren Informationen sind die Virenstämme der aktuell zirkulierenden Vogelgrippe nicht auf den Menschen übertragbar. Trotzdem sei es angezeigt, entdeckte Vogelkadaver nicht zu berühren und sich an einen Wildhüter, an die Fischereiaufsicht oder an die Kantonspolizei zu wenden, so das BLV.

Für die Eindämmung der Vogelgrippe sei es wichtig, dass der Bund alle Geflügelbetriebe kenne. Seit dem ersten Januar 2010 ist die Registrierung von Geflügelhaltungen obligatorisch. Dies gilt auch für Hobbyhaltungen.

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(lea/mur)

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