Bei Suchtverdacht: Kanton Zug hebt Amtsgeheimnis auf
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Bei SuchtverdachtKanton Zug hebt Amtsgeheimnis auf

Im Kanton Zug sollen suchtgefährdete Jugendliche gemeldet werden können. Auch in Luzern wird dies geprüft.

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GWA/DAG/SDA
Bei Jugendlichen, die Drogen nehmen, fällt Schweigepflicht weg.

Bei Jugendlichen, die Drogen nehmen, fällt Schweigepflicht weg.

Was tun, wenn Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter oder Polizisten das Gefühl haben, ein bestimmter Jugendlicher könnte im Drogensumpf versinken? Im Kanton Zug können Sie einen solchen Verdacht ab 2014 einer neuen Stelle beim Kantonsarzt melden. Diese Fachleute durften den Kantonsarzt bis anhin nicht darüber informieren, sie hätten mit der Weiterleitung der Informationen ihr Amts- oder Berufsgeheimnis verletzt.

«Der Kantonsarzt nimmt aufgrund der Meldung eine Triage vor und entscheidet jeweils, ob und welche weiteren Massnahmen angezeigt sind», sagt Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann. Sei ein Eingreifen nötig, würden Betroffene an die Suchtberatung verwiesen.

Kanton erwartet keine Meldungsflut

Im Herbst 2014 soll die besagte Stelle eingerichtet werden; Zug passt damit das kantonale Recht an das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel an. Dass sie mit Meldungen überflutet werden und hohe Kosten entstehen, glaubt man beim Kanton jedoch nicht: «Aufgrund der Erfahrungen von anderen Kantonen rechnen wir nicht mit einer Überflutung. Auf eine personelle Aufstockung wird deshalb im Moment erzichtet.»

Auch in Luzern könnte es bald eine solche Meldestelle geben: «Zur Zeit wird ein Suchtbericht erarbeitet. Dabei wird auch eine solche Meldestelle geprüft», teilte das ­Gesundheitsdepartement mit.

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