Aktualisiert 26.09.2016 16:01

SportvereineKanton Zug setzt jetzt auf 14-jährige Hilfs-Trainer

Vielen Sportvereinen mangelt es an Trainern. Deshalb werden nun im Kanton Zug 14-Jährige zu Führungspersonen ausgebildet.

von
jak
Das Sportprojekt «1418coach» ist eine Ausbildungsmöglichkeit für unter 18-Jährige.

Das Sportprojekt «1418coach» ist eine Ausbildungsmöglichkeit für unter 18-Jährige.

zvg

Während der Anteil Kinder in Sportvereinen stetig wächst, sinkt die Zahl der Leiter in den jeweiligen Sportarten. «Diejenigen, die von klein auf für einen Sport gelebt haben, gelangen während der Pubertät an einen Scheideweg», sagt Tiziana Zemp-Schmid, Leiterin des Projekts «1418coach». «Entweder entscheiden sie sich für den Weg zum Leistungssportler oder sie schaffen den Sprung an die Spitze nicht.» Letztere verlassen laut Zemp-Schmid dann häufig den Sportverein ganz.

Jugendliche stärker an die Sportvereine binden

Um dies zu verhindern, wurde vom Sportamt des Kantons Zug das Pilotprojekt «1418coach» ins Leben gerufen. Damit sollen 14 bis 18-jährige Jugendlichen stärker an die Vereine gebunden werden. Es gibt zwar Jugend+Sport-Ausbildungen (J+S) für Leiter, diese sind jedoch erst ab 18 Jahren. «Mit ‹1418coach› gelingt es uns vielleicht, diese Lücke zu schliessen», so Zemp-Schmid. Beim Kanton Zürich, dem Projektinitiator habe sich das Angebot bereits erfolgreich bewährt.

«Ich werde meine Schützlinge von Anfang einbeziehen.»

Viele Vereine setzen bereits jetzt solche Hilfsleiter ein. So auch Ursi Schuler vom Turnverein Menzingen: «Die Kinder haben Interesse an der Aufgabe gezeigt und ich habe versucht, sie an diese heranzuführen.» Schuler war bis jetzt damit aber auf sich allein gestellt. «Ich finde es super, dass 14 bis 18-Jährige durch dieses Projekt nun eine feine Erstausbildung bekommen und bin sehr gespannt auf ihre Inputs, wenn sie vom Ausbildungswochenende zurück sind.»

Schuler hat vier Sportler aus ihrem Verein für die Ausbildung angemeldet und sie selbst werde dann die Aufgabe des Gotti übernehmen. «Ich werde meine Schützlinge von Anfang an in die Leitung mit einbeziehen. Sie werden mich einerseits bei der Unterrichtsplanung unterstützen und andererseits werden sie am Anfang beispielsweise das Einlaufen übernehmen», so Schuler. «Später werden sie dann auch ganze Lektionen selbst vorbereiten dürfen.» Denn es solle ein Geben und Nehmen sein. «Deshalb erhoffe ich mir natürlich, dass wir durch das Projekt mehr Leiter bekommen, die auch grössere Verantwortung übernehmen wollen», sagt Schuler. Im Turnverein Menzingen habe das Angebot jedenfalls grossen Anklang gefunden. Schuler: «Ich hoffe, dass das Projekt lange weitergeführt wird.»

Diplom soll schweizweit gelten

Die Ausbildung zum Hilfsleiter besteht aus drei Bausteinen. Zuerst werden den Jugendlichen während eines Wochenendes die Grundlagen des Leitens vermittelt. Im aktuellen Kurs am ersten Oktoberwochenende werden die Sportarten Turnen, Fussball und Unihockey thematisiert. Drei J+S-Experten werden die jeweiligen Kurse leiten. Am Ende bekommen die Teilnehmer ein Diplom. «Das Diplom ist nur in den Kantonen, die beim ‹1418coach› mitmachen, anerkannt», sagt Zemp-Schmid. «Ziel ist es aber, dass es irgendwann schweizweit bekannt und gültig ist.»

Zurück vom Ausbildungswochenende, werden die Jugendlichen in ihren Vereinen als Hilfsleiter eingesetzt und im Gotti/Götti-System von ihren J+S-Leitern begleitet und unterstützt. «So sammeln die Jugendlichen tolle Erfahrungen», sagt Zemp-Schmid. «Das Diplom ist nur bis zum 18. Lebensjahr gültig und die Idee ist, dass die Jugendlichen danach selbst die Ausbildung zum J+S-Leiter machen und dem Verein erhalten bleiben.» Zu guter Letzt fördert das Sportamt die Leitereinsätze der «1418coaches» mit 5 Franken pro Training.

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