Kantonsrat: Kantonalbank hat keine «Ramschpapiere» verkauft
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KantonsratKantonalbank hat keine «Ramschpapiere» verkauft

Die aktuelle Finanzkrise wirft auch Fragen zur Situation der St. Galler Kantonalbank (SGKB) auf. Die St. Galler Regierung gibt in der Antwort auf die Einfache Anfrage der SP-Fraktion Entwarnung.

Die Situation der SGKB sei bezüglich Liquidation und Eigenmittel unproblematisch. Die Kreditrisiken seien unter Kontrolle, gab die St. Galler Regierung bekannt. Der Zufluss an Kundengeldern führe sogar zu einem Liquiditätsüberschuss.

Die Anlagen seien nach nach dem Grundsatz «Sicherheit vor Ertrag» erfolgt. Aus Risikosicht bestehe kein Handlungsbedarf, beantwortete die Regierung die Frage ob, die SGKB ihren Kunden «amerikanische Ramschpapiere» verkauft habe.

Insbesondere habe die Bank keine Titel der in Not geratenen Lehmann Brothers Inc in ihren Beständen. Es habe zwar vereinzelte Reklamationen von Kunden gegeben, die an der Börse Verluste erlitten hätten. Diese würden individuell geprüft.

Die St. Galler Kantonalbank verfügt über eine Staatgarantie; der Kanton ist mit einem Aktienpaket von 63 Prozent Hauptaktionär. Auf die Frage der Aufhebung oder Anpassung der Staatsgarantie ging die Regierung nicht weiter ein. Dies, obwohl sie bereits im April 2008 vom Kantonsrat mittels einer entsprechenden Motion dazu beauftragt worden war.

Bei der Entschädigung des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung sieht die Regierung keine Korrekturen vor. 2007 betrug der Bonus für den Verwaltungsrat 364 000 Franken, für die Mitglieder der Geschäftsleitung 1,8 Millionen Franken. Aufgrund der Geschäftsentwicklung würden die veritablen Boni 2008 tiefer ausfallen. (sda)

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