Schweiz im Lockdown: Kantone drängen auf Öffnung der Geschäfte
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Schweiz im LockdownKantone drängen auf Öffnung der Geschäfte

Der Bundesrat wird von allen Seiten unter Druck gesetzt, den Lockdown zu beenden. Es fordern nun sogar Regierungsräte Lockerungen.

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Gibt er den Forderungen nach? Gesundheitsminister Alain Berset. (Archivbild)

Gibt er den Forderungen nach? Gesundheitsminister Alain Berset. (Archivbild)

AFP/Fabrice Coffrini
Nächsten Mittwoch berät der Bundesrat über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Nächsten Mittwoch berät der Bundesrat über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

20min/Michael Scherrer
«Der Bundesrat dürfte Lockerungen in Aussicht stellen, denn wir alle wünschen uns das gute Leben zurück», so Berset.

«Der Bundesrat dürfte Lockerungen in Aussicht stellen, denn wir alle wünschen uns das gute Leben zurück», so Berset.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Der Druck auf den Bundesrat, die Corona-Massnahmen bald zu entschärfen, steigt.

  • Kantonsvertreter fordern zudem eine Exit-Strategie.

  • Aus dem Departement von Gesundheitsminister Alain Berset heisst es, dass es dem Bundesrat mit Lockerungen nicht wohl sei.

Der Bundesrat gerät von allen Seiten unter Druck, ab Anfang März die Corona-Massnahmen zu entschärfen. Nun verlangen auch Kantonsvertreter baldige Öffnungen. Sogar Regierungsrätinnen und Regierungsräte aus den Kantonen Wallis, Genf, Freiburg und Zug, wo die Corona-Fallzahlen derzeit hoch sind, sehnen sich nach einem Ende des Lockdown, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. «Lockerungen sind jetzt möglich», sagt der Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay. Seiner Meinung nach müssten zuerst die Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs wieder geöffnet werden. Die Freiburger Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre spricht sich sogar für eine «schrittweise Öffnung der Restaurants» aus.

Zudem fordern diverse Kantonsvertreter den Bundesrat auf, eine Exit-Strategie auszuarbeiten. «Wir brauchen jetzt ein sauberes Konzept, um das gesellschaftliche Leben heraufzufahren», sagt der Zuger Regierungsrat Martin Pfister.

Erste Lockerungen am Mittwoch?

Laut dem «SonntagsBlick» wird Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch die ersten Lockerungen der Corona-Massnahmen präsentieren. Wohl sei es Berset dabei nicht, wie es aus seinem Departement heisst. Der SP-Bundesrat reagiere damit vielmehr auf die lauter werdenden Forderungen aus Bevölkerung, Politik und Wirtschaft, wie die Zeitung weiter schreibt. Angesichts der Infektionszahlen sei es auch für eine zögerliche Öffnung zu früh.

Um in der Öffnungsphase das Virus unter Kontrolle zu haben, wäre es wichtig, die Ansteckungsketten nachverfolgen zu können. Die Probleme beim Contact-Tracing gehen weiter als bisher angenommen. Bei 87 Prozent der Corona-Fälle ist der Ansteckungsort unbekannt. Dies zeigt ein internes Papier der Bundesverwaltung, das der «SonntagsZeitung» vorliegt. Dabei wurden Daten aus sechs Kantonen ausgewertet.

Bisher ging man davon aus, dass der Ansteckungsort in etwa der Hälfte der Fälle unbekannt bleibt. Zudem werden im Dokument Angaben gemacht, wo die bekannten Infektionen stattfinden. 43 Prozent der rekonstruierbaren Ansteckungen erfolgen im privaten Rahmen. Danach folgen Arbeitsplatz (23 Prozent), Altersheime (9 Prozent) und Versammlungen (7 Prozent). In Läden oder Restaurants hingegen werden kaum Ansteckungen nachgewiesen.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(chk)

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