Schule in Mellingen AG: Kantonsärztin nach Corona-Massentest wegen Freiheitsberaubung angezeigt
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Schule in Mellingen AGKantonsärztin nach Corona-Massentest wegen Freiheitsberaubung angezeigt

Ein Zürcher wirft einer Aargauer Schule Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung vor. Die Staatsanwaltschaft prüft die Anzeige.

von
Lynn Sachs
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Nach einem Corona-Massentest an einer Primarschule in Mellingen hat ein Zürcher eine Anzeige erstattet. (Symbolbild)

Nach einem Corona-Massentest an einer Primarschule in Mellingen hat ein Zürcher eine Anzeige erstattet. (Symbolbild)

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Die Anzeige eingereicht hat der Zürcher Stephan Seiler, der ein Newsportal mit Verschwörungstheorien betreibt.

Die Anzeige eingereicht hat der Zürcher Stephan Seiler, der ein Newsportal mit Verschwörungstheorien betreibt.

Screenshot Tele M1
Er beschuldigt Kantonsärztin und Schule wegen Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung. (Symbolbild)

Er beschuldigt Kantonsärztin und Schule wegen Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Eine Primarschule in Mellingen AG hat rund 200 Schüler auf das Coronavirus getestet.

  • Ein Zürcher hat nun deswegen die Kantonsärztin und die Schule angezeigt.

  • Die Oberstaatsanwaltschaft prüft nun die Anzeige.

Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung – damit beschuldigt ein Zürcher die Aargauer Kantonsärztin Yvonne Hummel sowie Schulleitung und Schulpflege nach einem Massentest an einer Primarschule in Mellingen AG. Die Bilder des Massentests hätten dem Verfasser Stephan Seiler die Augen geöffnet, sagt dieser gegenüber dem Regionalsender «Tele M1». Darum hat er die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, wie die Aargauer Oberstaatsanwaltschaft bestätigt. Sie werde nun geprüft.

Seiler nennt sich laut dem Beitrag investigativer Journalist und betreibt ein Newsportal mit Verschwörungstheorien. Der Test der 200 Primarschüler sei nicht im Gesetz verankert, sagt er. «Da werden Gesetze behauptet, die es gar nicht gibt. Die Eltern hatten keine Zeit zu reagieren, da die Corona-Tests kurz vor den Ferien stattfanden.»

«Jeder darf sagen, was er mag»

Die betroffene Schulpflege Mellingen-Wohlenschwil schreibt dem Sender, dass man keine Kenntnis von einer Strafanzeige habe. Deshalb kommentiere man diese auch nicht. «Wir leben in einer Demokratie. Jeder darf sagen und schreiben, was er mag, egal ob fundiert oder abstrus», heisst es in der schriftlichen Antwort. Und: «Wir handeln immer nach bestem Wissen und Gewissen.»

Mit der Covid-Verordnung besteht eine gesetzliche Grundlage für die Anordnung von Massentests – ob diese genüge, müsse jetzt geprüft werden, sagt Rechtsanwalt André Kuhn im Beitrag. «Wenn es eine gesetzliche Grundlage gibt, um Zwang auszuüben oder eine Verfügung zu erlassen, dann ist die handelnde Person immer straffrei.» Aufgrund des laufenden Verfahrens nimmt das Departement Gesundheit und Soziales zur Strafanzeige keine Stellung.

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