Tattoostudios kontrolliert - Kantonschemiker findet Farbe, mit der man nicht tätowieren darf
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Tattoostudios kontrolliertKantonschemiker findet Farbe, mit der man nicht tätowieren darf

Über 1200 Inspektionen bei verschiedenen Betrieben wurden 2020 im Kanton Luzern durchgeführt. Erstmals nahm man auch Tattoostudios unter die Lupe.

von
Gianni Walther
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Im Kanton Luzern wurden 2020 erstmals Tattoostudios von der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz kontrolliert. (Symbolbild)

Im Kanton Luzern wurden 2020 erstmals Tattoostudios von der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz kontrolliert. (Symbolbild)

20min/Simon Glauser
Rund 30 Tattoostudios wurden kontrolliert. In sechs Fällen (20 Prozent) konnten Studios nicht belegen, dass eingesetzte Farben gesetzliche Anforderungen erfüllen. 

Rund 30 Tattoostudios wurden kontrolliert. In sechs Fällen (20 Prozent) konnten Studios nicht belegen, dass eingesetzte Farben gesetzliche Anforderungen erfüllen.

DILV
Bei vier Studios wurden zudem Farben verwendet, welche nicht zum Tätowieren geeignet waren oder verbotene Konservierungsstoffe enthielten.

Bei vier Studios wurden zudem Farben verwendet, welche nicht zum Tätowieren geeignet waren oder verbotene Konservierungsstoffe enthielten.

DILV

Darum gehts

  • 1200 Inspektionen hat die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz 2020 durchgeführt. 7000 Proben wurden analysiert.

  • Erstmals wurden auch Tattoostudios kontrolliert.

  • Mehrere Studios konnten nicht belegen, dass die eingesetzte Tätowierfarbe den Anforderungen entspricht.

  • In vier Studios wurden Farben verwendet, die nicht zum Tätowieren verwendet werden dürfen.

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz (DILV) des Kantons Luzern hat im vergangenen Jahr erstmals Inspektionen bei Tattoo- und Permanent-Make-up-Studios durchgeführt. Rund 30 Studios wurden kontrolliert. «Diese haben gezeigt, dass die Hygienemassnahmen, welche zur Vermeidung von Infektionskrankheiten erforderlich sind, in den Studios grundsätzlich gut umgesetzt werden», sagt Kantonschemiker Silvio Arpagaus.

Aber: «Handlungsbedarf besteht im Bereich der eingesetzten Tattoo- und Permanent-Make-up-Farben», sagt Arpagaus weiter. Dies zeigen laut dem Kantonschemiker auch Kontrollen in anderen Kantonen. So dürfen Tätowierfarben gewisse Stoffe gar nicht oder «nur unter einem bestimmten Grenzwert enthalten.» In sechs Fällen (20 Prozent) konnten Studios nicht belegen, dass eingesetzte Farben diese Anforderungen erfüllen.

«Nicht alle Lieferanten sind vertrauenswürdig»

«In mehreren Fällen haben wir Farben vorgefunden, die zum Tätowieren nicht geeignet sind», so der Kantonschemiker. Diese Farben eignen sich für das Malen von Skizzen oder Bildern auf der Haut, «aber sie eignen sich nicht, um in die Haut eingebracht zu werden. Um eine Farbe in die Haut einbringen zu dürfen, gelten sehr hohe Anforderungen.» Dabei gehe es um den Gesundheitsschutz, denn gewisse Stoffe in Farben können Allergien auslösen oder stehen in Verdacht, krebserregend zu sein. «Bei diesen Farben kann man gravierende Folgen für die Gesundheit nicht ausschliessen.»

Tattoostudios haben die Pflicht zur Selbstkontrolle. So können diese bei ihren Lieferanten den Nachweis einholen, dass die Farben gesetzeskonform sind. Das sei wichtig, da man Farben online bestellen kann. «Nicht alle Lieferanten sind vertrauenswürdig», so Arpagaus. Die Kundschaft könne einen solchen Nachweis bei einem Tattoostudio ebenfalls verlangen.

Nach den Kontrollen müssen Betriebe Korrekturmassnahmen einleiten, damit alles wieder in Ordnung ist. Dies müssen sie auch der DILV mitteilen. «Bei Betrieben, die ihre Arbeit gut machen, gibt es weniger Kontrollen als bei jenen Betrieben, die Probleme haben.»

7000 Proben und 1200 Inspektionen

«Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz (DILV) hat 2020 rund 7000 Proben aus den Bereichen Lebensmittel oder Trinkwasser untersucht», teilt sie mit. In den meisten Fällen sind die Kontrollen unangemeldet. Rund 90 Prozent der Proben waren dabei gesetzeskonform. Bei 10,6 Prozent kam es zu Beanstandungen (2019: 11,4 Prozent).

Bei den Kontrollen werden die hygienischen Schutzmassnahmen, die Qualität von Lebensmitteln und die korrekte Kennzeichnung geprüft. Dort, wo Mängel festgestellt werden, müssen Betriebe diese beheben. «Die Kontrollen dienen dem Konsumentenschutz und sind eine Grundlage, dass Luzerner Lebensmittelproduzenten ihre Waren ins Ausland exportieren dürfen.»

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