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LuzernKantonsparlament tanzt nicht mit dem Wolf

Das Luzerner Kantonsparlament mag den Wolf nicht. Vorgehen kann es gegen das durch übergeordnetes Recht geschützte Raubtier aber nicht. Als Zeichen seiner Unzufriedenheit hat der Kantonsrat dennoch ein Postulat gegen die Stimmen der Linken gutgeheissen.

Seit einigen Monaten hält sich im Kanton Luzern ein Wolf auf. Nachdem er im Entlebuch über 20 Schafe gerissen hatte, wurde er von den Behörden zum Abschuss freigegeben. Erwischt wurde das Tier bislang nicht. Die Abschussbewilligung läuft am 19. September aus.

Der Entlebucher Erwin Dahinden (SVP) wollte mit einer Motion erreichen, dass der Wolf im Kanton Luzern abgeschossen werden kann. Er sah aber ein, dass der Regierungsrat nicht zur Verletzung von Bundesrecht verpflichtet werden kann. Er stimmte deshalb der Abschwächung in ein Postulat zu.

Unerwünscht

Für Dahinden und viele Votanten war klar, dass der Wolf im Kanton Luzern nichts zu suchen habe. Er sei keine Bereicherung und beschere den Älplern eine grosse Mehrarbeit. Weil der Jagdaufseher mit seinem Team den Wolf bislang nicht erlegen konnte, forderte Dahinden dessen Rücktritt.

Auch Urs Kunz CVP) sagte, dass der Wolf in der Schweiz nur noch in einigen abgelegenen Alpentäler Lebensraum habe, nicht aber im Entlebuch. Guido Bucher (FDP) erklärte, dass der vielgepriesene Herdenschutz nur auf dem Papier gut sei.

Jäger fühlen sich übergangen

Etliche Wolfsgegner vermuteten, dass der Wolf nicht in den Kanton Luzern eingewandert sei, sondern dort ausgesetzt wurde. Immer wieder war zu hören, dass Entlebucher Jäger den Wolf längst erlegt hätten.

Fredy Zwimpfer (SVP) sagte, es sei falsch, dass sechs Personen aus der Verwaltung und nicht einheimische Jäger mit der Aufgabe betraut worden seien. Offenbar sei der Kanton an einem Abschuss gar nicht interessiert.

Für den Wolf sprachen nur Wenige. Andreas Hofer (Grüne) bezeichnete einen Abschuss als aufwändig und unsinnig. Lathan Suntharalingam (SP) sagte, das Wolfskonzept sorge für eine Entschärfung des Konfliktes zwischen dem Raubtier und den Menschen. Leo Fuchs (FDP) glaubt, dass das Verständnis für den Umgang mit Raubtieren noch entwickelt werden könne.

Der Regierungsrat erklärte, dass eine Änderung der Jagdverordnung weder zulässig noch erforderlich sei. Um den Druck gegen den Wolf aufrecht zu halten, überwies das Parlament das Postulat trotzdem.

(sda)

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