Kantonspolizei: AIDA wird flügge
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Kantonspolizei: AIDA wird flügge

Das Reorganisations-Projekt AIDA der Kantonspolizei Bern ist an der Schwelle von der Planungs- zur Umsetzungphase angelangt.

Seit 1. Mai sind das Pilotprojekt «Stat Pol plus» im Oberland sowie ein neues «Ordnung-Einsatzelement» angelaufen.

Als erste Region im Kanton Bern werden im Oberland mit dem Projekt «Stat Pol plus» wichtige Eckpfeiler von AIDA (analyser, intégrer, développer et agir) umgesetzt: Zur Verstärkung der lokalen Sicherheit sind Verlagerungen von der mobilen zur stationierten Polizei vorgenommen worden.

Konkret sind 13 bisher im mobilen Bereich tätige Polizeibeamte im Oberland der stationierten Polizei zugeteilt worden. Ziel ist es, dass die Beamten der mobilen wie stationierten Polizei vermehrt zu Generalisten werden, wie Otto von Allemen, Chef der Regionalpolizei Berner Oberland, am Montag an einer Medienkonferenz in Bern sagte.

Neues Einsatzelement

Ein neues «Ordnungsdienst-Einsatzelement» ist ebenfalls seit Sonntag operativ. Als gezielte Reaktion auf die Zunahme von Gewaltakten im Zusammenhang mit Links- und Rechtsextremismus oder Hooligans ist neu ein ständiges Grenadier-Kontingent an verschiedenen Brennpunkten im ganzen Kanton einsetzbar.

Wie Polizeikommandant-Stellvertreter, Stefan Blättler, sagte, steht die neue Grenadier-Truppe vor allem an Wochenenenden im Einsatz. Dabei muss es nicht zwingend um gewalttätige Vorfälle handeln. Einen Ersteinsatz hatten die Beamten am Sonntag an einer unbewilligten, grossen, lärmigen Waldparty in Schönbühl.

Es kam zu Verzeigungen wegen Drogenmissbrauch, Umweltverstössen und Verstössen gegen das Gastgewerbegesetz.

AIDA mit weniger Polizeiposten und mehr Personal

AIDA ist kein Sparprogramm, sondern eine Anpassung an die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung, betonte Polizeikommandant Kurt Niederhauser. Mit der Restrukturierung soll der steigenden Kriminalitätsrate im Kanton Bern Rechnung gezielt getragen werden. Und bei der Verkehrssicherheit werden mit zusätzlichen Radaranlagen zusätzliche Anstrengungen unternommen.

Mit der Strategischen Aufgabenüberprüfung durch den Regierungsrat (SAR) wurde die Reduktion der Zahl der Polizeiposten im Kanton von heute 105 auf 60 beschlossen. Diese SAR-Massnahme wird mit AIDA gestaffelt umgesetzt. Die verbleibenden Posten werden dafür längere Öffnungszeiten haben.

Im Zuge von AIDA wird eine weiter politische Forderung umgesetzt: Die überwiesene Motion Mosimann, welche einen Abbau der hohen Überstundenzahlen forderte, führt zu einer Personalbestandserhöhung von 60 Stellen. Der neue Sollbestand beläuft sich auf 1452 Stellen.

AIDA ist mit einem weiteren Grossprojekt eng verknüpft: Mit «Police Bern» soll die Kantonspolizei und Stadtpolizei Bern auf den 1. Januar 2008 zusammengeführt sein. Unter der Leitung von Regierungsrätin Dora Andres werden die dazu nötigen Grundlagen bis im November diese Jahres erarbeitet.

AIDA kostet 3,1 Mio. Franken und soll in den wesentlichen Teilen 2006 abgeschlossen sein.

(sda)

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