Zürich: Kantonspolizei kann jetzt Anrufer leicht orten

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ZürichKantonspolizei kann jetzt Anrufer leicht orten

Das gibt es noch bei keiner anderen Polizei in der Schweiz: Die Zürcher Kapo hat neu ein SMS-System zur Verortung von Anrufern – der Datenschutz sei gewährleistet.

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som
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Otto Truttmann in der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich.

Otto Truttmann in der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich.

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Neu können hier Anrufer mit einem SMS-System geortet werden.

Neu können hier Anrufer mit einem SMS-System geortet werden.

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Ruft also jemand künftig an, so erhält er auf seinem Smartphone per SMS einen Link zugeschickt.

Ruft also jemand künftig an, so erhält er auf seinem Smartphone per SMS einen Link zugeschickt.

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Ein Spaziergänger hat vor einigen Tagen ein verdächtiges Auto mitten im Wald gesehen. Er wählte die 117, nur konnte er der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich nicht genau sagen, wo der Wagen steht, wie der stellvertrende Leiter Otto Truttmann sagt: «Nach langem Telefonieren haben wir das Auto dann gefunden.»

Solche Situationen erleben seine Kollegen und er oft. «Gerade bei einem Notfall kann so wertvolle Zeit verstreichen», sagt Truttmann. Deshalb bietet die Kantonspolizei neu ein SMS-System, damit Anrufer künftig leichter geortet werden können. Alles, was es dazu braucht, ist ein Handy mit Internetzugang. Zudem muss auf dem Smartphone der Ortungsdienst des Internetbrowsers aktiviert werden.

«Das erleichtert unsere Arbeit enorm»

Kann also ein Anrufer künftig den Tatort nicht genau bestimmen, so erhält er auf seinem Smartphone per SMS einen Link zugeschickt. Ein Klick darauf und auf die anschliessende Bestätigungsnachricht genügen – und schon bekommt die Einsatzzentrale auf ihren Computern auf einer Karte den Standort ziemlich genau eingezeichnet. «Das erleichtert unsere Arbeit enorm», sagt Truttmann.

Sonst sei es nicht ohne weiteres möglich, ein Handy zu orten: «Das machen wir nur, wenn es die gesetzlichen Grundlagen erlauben – zum Beispiel, wenn jemand vermisst wird. Zudem ist es sehr aufwendig.» Drückt aber jemand auf den Link, so gibt er sein Einverständnis, sagt Truttmann: «Der Datenschutz ist somit gewährleistet.»

Bei Schutz & Rettung ebenfalls in Entwicklung

Das Ortungs-SMS, das seit Montag in Betrieb ist, gibt es in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch – laut Truttmann können die Stadtpolizeien Winterthur und Zürich ebenfalls davon Gebrauch machen. Sonst gibt es dieses System bei keiner anderen Polizei in der Schweiz.

Allerdings wird derzeit bei Schutz & Rettung ein ähnliches Ortungs-SMS-System entwickelt, wie Sprecher Roland Portmann sagt: «Es soll noch im Juli in Betrieb gehen.» Personen, die aus den Kantonen Zürich, Zug, Schwyz und Schaffhausen auf die Notfallnummern 144 oder aus dem Kanton Zürich die 118 anrufen, können davon profitieren: «Wenn etwa jemand in unwegsamem Gelände verunfallt, kann dies sehr hilfreich sein.»

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