Wittenbach SG  – Kantonspolizei sucht Bankräuber über «Aktenzeichen XY … ungelöst» 
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Wittenbach SG Kantonspolizei sucht Bankräuber über «Aktenzeichen XY … ungelöst» 

Gut drei Jahre, nachdem ein Mann beim Überfall einer Raiffeisenfiliale mehrere Tausend Franken erbeutet hat, fehlt vom Täter weiterhin jede Spur. Jetzt holt sich die Kantonspolizei St. Gallen Hilfe im Fernsehen.

von
Benedikt Hollenstein
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Obwohl der Täter auf dem Fahndungsbild klar erkennbar ist, verliefen bisherige Ermittlungen ohne Erfolg.

Obwohl der Täter auf dem Fahndungsbild klar erkennbar ist, verliefen bisherige Ermittlungen ohne Erfolg.

Kantonspolizei St. Gallen
Deshalb wendet sich die Kapo nun an die Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst», mit deren Hilfe schon diverse ungelöste Kriminalfälle aufgeklärt werden konnten.

Deshalb wendet sich die Kapo nun an die Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst», mit deren Hilfe schon diverse ungelöste Kriminalfälle aufgeklärt werden konnten.

Kapo St. Gallen
Der Überfall ereignete sich in Wittenbach, nördlich der Stadt St. Gallen.

Der Überfall ereignete sich in Wittenbach, nördlich der Stadt St. Gallen.

Google Maps

Darum gehts

Am 8. Oktober 2018 betritt ein Mann mit schwarzer Kappe die Raiffeisenfiliale in Wittenbach. Mit einer Faustfeuerwaffe bedroht er einen Mitarbeiter und erbeutet so mehrere Tausend Franken in bar. Der Täter flüchtet; eine Überwachungskamera filmt das Gesicht des Diebes aber klar erkennbar: Der Mann ist etwa 25 bis 30 Jahre alt, zirka 180 Zentimeter gross und von schlanker Statur. Er trägt zum Zeitpunkt des Überfalls einen Dreitagebart, ein weisses Oberteil und eine schwarze Umhängetasche.

40 Prozent Erfolgsquote

Trotz dieses ungewöhnlich guten Fahndungsfotos fehlt bisher jede Spur vom Täter. «Es ist unglaublich, dass niemand die Person zu kennen scheint», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber «FM1Today». Deshalb habe die Polizei nun eine ungewöhnliche Massnahme eingeleitet: Die Strafverfolgungsbehörde wendet sich mit dem Fall an die Fernsehsendung «Aktenzeichen XY … ungelöst». In der Sendung werden ungeklärte Kriminalfälle neu aufgerollt und rekonstruiert, Zuschauerinnen und Zuschauer können Hinweise abgeben. In der Geschichte der Sendung konnten bislang rund 40 Prozent der behandelten Fälle gelöst werden.

Den Schritt ins Fernsehen bezeichnet Krüsi als «letzte mögliche Fahndungsmassnahme». Zwar seien bisher einige Hinweise eingegangen, die aber alle zu nichts geführt hätten. Die lange Zeit zwischen Tat und Kontaktaufnahme mit der Sendung begründet die Kapo St. Gallen mit dem Anmeldeverfahren. «Das Gesuch ist schwierig und braucht viele rechtliche Abklärungen, weshalb es ziemlich viel Zeit beansprucht hat», so der Mediensprecher.

Da es aber nicht um die Aufarbeitung eines Verbrechens, sondern lediglich um die Identifikation einer Person gehe, spiele die Zeit keine wichtige Rolle. «Der Täter wird immer noch gleich ausssehen», ist sich Hanspeter Krüsi sicher und: «Da er europäisch wirkt, hoffen wir, dass der Täter bei der Ausstrahlung erkannt wird».

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