Entführungen: Kantonsrat erklärt Alarmsystem für dringlich

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EntführungenKantonsrat erklärt Alarmsystem für dringlich

Der Zürcher Regierungsrat soll sich für die Erarbeitung eines nationalen Entführungsalarmsystems einsetzen. Zürich müsse sich noch 2009 an einem solchen beteiligen.

Der Kantonsrat erklärte ein entsprechendes Postulat für dringlich. Eine rasche Einführung scheitere in der Schweiz einmal mehr am «Kantönligeist», sagte eine FDP-Sprecherin am Montag im Namen der Postulanten. «Jeder Entführungsfall ist einer zuviel», betonte sie und rief das Drama des kürzlich bei Baden AG getöteten 16-jährigen Aupair-Mädchens in Erinnerung.

Auch eine Sprecherin der SP kritisierte die Abläufe in der Schweiz. Seit bald drei Jahren werde evaluiert, andere Staaten hätten ein solches System längst eingeführt. «Man muss das Rad nicht neu erfinden», sagte sie. Das Parlament erklärte das Postulat mit 86 Stimmen für dringlich. Nötig gewesen waren 60 Stimmen.

Im Kern sei das Anliegen sinnvoll, es würden aber offene Türen eingerannt, betonte die CVP. Das Alarmsystem sei auf Bundesebene in Arbeit, Gespräche mit Anbietern würden geführt. «Es ist wichtig, die noch offenen Fragen sorgfältig und nicht dringlich zu klären», sagte die CVP-Sprecherin.

Die SVP kritisierte, es sei falsch, mit einem solchen Postulat «Wind zu machen». Es entstehe der Eindruck, man wolle nur für die Medien politisieren, sagte ein Sprecher. «Wir müssen die Bundesparlamentarier auffordern, sich dafür einzusetzen und nicht den Regierungsrat.» (sda)

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