Knonau ZH: Kantonsschüler rastete nach Matura-Feier aus
Aktualisiert

Knonau ZHKantonsschüler rastete nach Matura-Feier aus

Ein Maturand der Kantonsschule Limmattal hat nach der Matura-Feier einen 16-jährigen Schüler brutal niedergeschlagen und danach die Polizei an der Nase herumgeführt. Nun wurde der angehende HSG-Student zu einer hohen, bedingten Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 30 Franken verknurrt.

von
Attila Szenogrady

«Wir waren nach dem grossen Stress der Matura-Prüfungen sehr gereizt», erinnerte sich der heute 19-jährige Ex-Gymnasiast vor dem Bezirksgericht Zürich an den letzten Sommer zurück. Fest steht, dass der Knonauer und mehrere andere Kantonsschüler seiner Klasse die Nacht auf den 2. Juli 2010 in der Umgebung der Zürcher In-Discothek „Indochine" feuchtfröhlich durchzechten.

Faustschlag ins Gesicht

Es war bereits um zwei Uhr, als die betrunkenen Gymnasiasten auf eine andere Gruppe von Jugendlichen trafen und diese zu provozieren begannen. Plötzlich ging der spätere Angeklagte auf einen 16-jährigen Gegner los und versetzte diesem einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht. Der Geschädigte klappte zusammen und erlitt massive Verletzungen. Unter anderem ein leichtes Schädelhirntrauma und einen Bruch des Oberkiefers. Zudem verlor er einen Zahn.

Der Angeklagte zog sich zunächst in die Disco zurück, wurde aber bald von einigen Zeugen erkannt. Als die Polizei auftauchte, rannte er davon.

Vom besten Freund verraten

Auf der Flucht führte der junge Knonauer die Polizei an der Nase herum. Zuerst versteckte er sich in einem nahen Gebüsch. Als er dort von einem Polizisten entdeckt wurde, lief er weiter und flüchtete in die Gartenwirtschaft eines Restaurants. Diesmal mit Erfolg, da die Fahnder ihre Suche bald aufgeben mussten.

Dennoch sollte der Täter nicht weit kommen. So war es ausgerechnet sein am Tatort anwesender bester Freund, der den Polizeibeamten seine Personalien mitteilte.

Bedingte Freiheitsstrafe verlangt

Am Donnerstag stand der Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich und musste wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Hinderung einer Amtshandlung mit einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten rechnen. Der Angeklagte zeigte sich reumütig, versuchte aber seinen Faustschlag zu rechtfertigen. Er habe seinen Freund beschützen wollen, gab er zu Protokoll.

Der Verteidiger sprach von einem Affekt und verlangte für seinen grundsätzlich anständigen Mandanten eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 40 Franken.

Das Gericht legte zum Schluss eine bedingte Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 30 Franken fest. Zudem soll der angehende Student der Hochschule St. Gallen dem Opfer ein Schmerzensgeld von mindestens 3000 Franken entrichten. Zudem einen Schadenersatz von mindestens 1030 Franken. Der Faustschlag habe das Gericht sehr bedenklich gestimmt, führte der Gerichtsvorsitzende während der Urteilseröffnung aus. Immerhin habe sich der Täter beim Geschädigten inzwischen schriftlich entschuldigt, hielt er dem Angeklagten zugute.

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