Was macht eigentlich...?: «Kanu-Mann» kann sich erinnern - für 1,7 Millionen Franken
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Was macht eigentlich...?«Kanu-Mann» kann sich erinnern - für 1,7 Millionen Franken

Als er am 3. Dezember 2007 plötzlich auf einem Londoner Polizeirevier auftaucht, sagte der seit Jahren verschwundene John Darwin, er könne sich an nichts erinnern. Nun, nachdem er wegen Versicherungsbetrugs verurteilt wurde, schreibt der Brite an seinen Memoiren.

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John Darwin war 2002 angeblich bei einem Kanu-Ausflug ums Leben gekommen. Als er fünf Jahre später wieder auftauchte, tat er zunächst so, als habe er sein Gedächtnis verloren. Doch seine gepflegte Sonnenbräune und sein guter gesundheitlicher Zustand machte die Behörden stutzig. Bald kamen sie Darwin und seiner Frau auf die Schliche: Die beiden hatten die Lebensversicherung kassiert und sich in Panama eine neue Existenz aufgebaut. Am 23. Juli 2008 wurden sie wegen Versicherungsbetrugs zu jeweils mehr als sechs Jahren Haft verurteilt.

Nun meldet die britische Zeitung «The Sun», Darwin arbeite seit über einem Jahr an seinen Memoiren – im Gefängnis. Darwin hatte sich bei seinem Gerichtsverfahren schuldig erklärt und ist darum überzeugt, dass seine «wahre Geschichte» nie erzählt wurde. Er wolle seine abenteuerlichen Lebenserzählung in einem Buch verfassen, sagt er aus seiner Zelle im Gefängnis Everthorpe in East Yorkshire. «Ich will das zurück, was ich vor meiner Festnahme hatte: Freiheit und eine Million Pfund (umgerechnet 1,7 Millionen Franken) sollten genügen», soll der 58-Jährige einem ehemaligen Geschäftspartner gesagt haben.

Aus dem Gefängnis geschmuggelt

Darwin soll ein «Schlupfloch» benutzt haben, um sein Manuskript aus dem Gefängnis schmuggeln zu können: Er gab einzelne Kapitel als «legale Dokumente» einem Mithäftling ab. Das Buch, dem er den Titel «The Canoe Man: Panama and Back» gab (zu deutsch: «Der Kanu-Mann: Panama und zurück») soll neue Einsichten in seinen spektakulären Verschwinde-Trick geben.

Die Behörden nahmen vom Zeitungsartikel Kenntnis und versprachen, das «Schlupfloch» im Gefängnis nun zu schliessen.

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