Melanie Fiona: «Kanye war nett zu mir»
Aktualisiert

Melanie Fiona«Kanye war nett zu mir»

Sängerin Melanie Fiona lacht sich noch heute schlapp, wenn sie an ihre erste Begegnung mit Kanye West denkt. Ist einer mal nicht so nett, hat er Pech gehabt.

von
Christina Duss

Gratuliere, du bist in der Schweiz mit deinem Song «Monday Morning» die Nummer eins.

Melanie Fiona: Ja, wow, ich habs gehört! Das ist so cool. «Monday Morning» ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.

Im Song drohst du einem Typen, ihn am Montag zu verlassen, wenn er nicht spurt. Hast du das schon mal in echt getan?

Oooh, schon sehr, sehr oft.

Sehr, sehr oft? Erzähl mal.

Ach, es gibt nicht viel zu sagen. Wenn der Typ nicht der Richtige ist, muss man halt Schluss machen. Ich habe aber auch oft erlebt, dass jemand nicht damit klarkam, dass ich einfach konsequent meinen Traum verfolge. Den Traum, als Sängerin erfolgreich zu werden.

Wenns dann aber mal passt – bist du eine gute Freundin?

Klar, ich bin eine absolut fantastische Freundin. Zumindest rede ich mir das ein (lacht).

Was läuft eigentlich mit dir und Rapper Stress?

Wir haben uns kennen gelernt, als ich im Sommer für mein erstes Konzert in der Schweiz war. Und uns sofort gut verstanden. Er hat dann meine erste Single «Give It to Me Right» geremixt. Und ich singe auf seinem Track «Elle parle le turututu» mit.

Auf deinem Album haben auffällig viele Produzenten mitgewirkt. Warum?

Das Album sollte einen internationalen Touch kriegen. Ich habe in London, den USA, in Kanada und sogar in Jamaika aufgenommen. Ich versuche, möglichst nicht eintönig zu klingen.

Es kursieren verwackelte Videos von dir auf Youtube ...

... ja, die Subway-Sessions. Das sind Unplugged-Aufnahmen von mir und befreundeten Musikern in U-Bahnen und Parks. Ich will den Leuten, die mein Album «The Bridge» schon haben oder eben nicht, zeigen, dass ich Grenzen überschreiten kann, was mich auf meinem Weg inspiriert hat und welche Art von Künstlerin ich bin. Und die Leute sollen sehen, dass ich es liebe, live zu singen.

Deine dunkle Soulstimme ist echt eindrücklich!

Süss von dir.

Was tust du, wenn du merkst, dass du heiser wirst?

Dann trage ich ein Halstuch und mache einen weiten Bogen um laute Partys. Mein Zaubermittel ist aber viel, viel Schlaf.

Musstest du schon mal eine Show absagen?

Beinahe mal, das war in New York. Aber als ich auf der Bühne stand, war die Stimme plötzlich wieder da. Wahrscheinlich lags am Adrenalin. Am nächsten Tag war ich dann aber stumm.

Wie bist du aufgewachsen?

Meine Familie lebt in Toronto, Kanada. Bei uns gabs viel Musik. Meine

Eltern sind aus Guyana eingewandert und beide Musiker. Dad spielte Gitarre, und ich sang. Meistens Soul. Sam Cooke, Nat King Cole, solche Sachen. Aber auch Whitney Houston und Bob Marley.

Was hat dich die Stadt Toronto gelehrt?

Ihre Multikultur hat mich inspiriert. Auch dann noch, als ich in die USA zog, um mich meiner Musikkarriere zu widmen.

Du hast einen guten Start hingelegt. An deiner Release-Party in New York stand ja angeblich Jay-Z in der Crowd ...

... und Kanye West buchte mich als Support für seine Europatour, obwohl meine Platte noch nicht mal draussen war.

Wie war es, als du ihn zum ersten Mal getroffen hast?

Er sagte – ich lache mich heute noch schlapp – «schöne Schuhe».

Ziemlich freundlich für einen, dem alle nachsagen, er sei ein arroganter Arsch.

Ich weiss ja nicht, wie er mit anderen ist, aber ich hatte nie ein Problem mit ihm. In Paris hat er mich sogar auf eine Stadtrundfahrt eingeladen. Das ist doch nett.

Retro-Soul-Pop, der in die Beine geht («Monday Morning»), schön sexy ist («Give It to Me Right») und das Herz bluten lässt («It Kills Me»). Das Beste: Melanie Fionas Kracherstimme. (Universal)

Melanie Fiona live

Di 8.12., 19.30 Uhr, Alte Börse, Zürich

Mi 9.12, 20 Uhr, D! Club, Lausanne

Do 10.12, 19.30 Uhr, Bierhübeli, Bern

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