Aktualisiert 25.09.2005 23:31

Kanzlerstreit: Teilen sich Merkel und Schröder die Amtszeit?

Im Kampf mit Angela Merkel um das Kanzleramt hat Gerhard Schröder Kompromissbereitschaft signalisiert. Angeblich schlägt der Amtsinhaber sogar eine Art Time-Sharing-Modell vor.

In der Kanzlerfrage sind die Fronten in Deutschland erstmals in Bewegung geraten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich für eine Grosse Koalition seiner Partei mit der Union aus und kündigte auch eine

Klärung der Führungsfrage an: «Ich bin dafür, dass diese Koalition zu Stande kommt, ich werde alles dafür tun, damit sie zu Stande kommt», sagte er gestern im ARD-«Bericht aus Berlin». «Aber ich denke überhaupt nicht daran, mich unter dem Druck von ein paar Provinzpolitikern der CDU zu irgendwelchen Zugeständnissen bringen zu lassen.»

Laut der «Bild am Sonntag» ist Schröder sogar bereit, die Amtszeit im Kanzleramt mit CDU-Chefin Angela Merkel zu teilen. Dem Bericht zufolge will Schröder eine Zeit lang im Amt bleiben. Merkel könne dann übernehmen, hiess es. Möglicherweise bestehe Schröder nicht mal auf eine Amtszeit von zwei Jahren. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte zu diesem Vorschlag: «Das ist völliger Unsinn.

Im Übrigen entspricht eine solche Lösung nicht unserer Verfassungstradition.» Die Union will nach Medienberichten ihren Anspruch auf das Kanzleramt behaupten, sich in den Verhandlungen aber nicht auf Angela Merkel als Regierungschefin festlegen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.