Opferstock geknackt: Kapelle nimmt nur noch Einzahlungen an
Publiziert

Opferstock geknacktKapelle nimmt nur noch Einzahlungen an

Weil der Opferstock so häufig aufgebrochen wurde, nimmt eine Kapelle am Lötschberg keine Bargeld-Spenden mehr an. Ihre Kerzen können die Gläubigen per Einzahlungsschein bezahlen.

von
nsa
Die Einzahlungsscheine sind die letzte Möglichkeit.

Die Einzahlungsscheine sind die letzte Möglichkeit.

Seit Anfang August hängt er nun da, der Zettel, der die Gläubigen in der Maria Hilf Kapelle bei Naters VS darum bittet, ihre Spenden für die Kapelle nicht mehr in bar, sondern per Einzahlungsschein zu tätigen. Zu häufig sei der Opferstock im kleinen Gotteshaus aufgebrochen worden.

«Nicht ein einziges Mal habe ich in den 30 Jahren davor erlebt, dass sich jemand am Opferstock vergangen hat», sagt Pfarrer Jean-Pierre Brunner. «In den letzten Monaten waren es aber schon fünf Versuche - drei davon erfolgreich.» Das habe die Gemeinde dazu veranlasst, den Opferstock gleich ganz abzuschaffen.

Eine grosse Beute hätten die Opferstock-Diebe nie gemacht. «Der Stock wird jeden Tag geleert. Da sind höchstens mal 20 bis 30 Franken drin.» Teuer sei es aber für die Kirchgemeinde, die den Opferstock jedes Mal ersetzen musste. Ganze 2000 Franken habe man in den letzten Monaten dafür aufgewendet. «Als das letzte Mal jemand versucht hat, den Stock aufzubrechen, hat er nicht mal das Geld erwischt, sondern nur das Schloss zerstört.» Da sei dem Pfarrer der Kragen geplatzt.

Ob das System mit den Einzahlungsscheinen funktioniere, könne er noch nicht sagen. In der Kirche unten im Dorf spüre man aber eine Zunahme der Spenden. Wer für die Diebstähle verantwortlich sei, wisse er nicht, sagt Brunner. Eine Anzeige gegen unbekannt habe man aber jedes Mal gemacht.

Deine Meinung