Hacker-Angriff: Kapo-Mitarbeiter unter Ashley-Madison-Kunden

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Hacker-AngriffKapo-Mitarbeiter unter Ashley-Madison-Kunden

Die Analyse der Daten des Fremdgehportals Ashley Madison zeigt: Unter den Kunden sind Schweizer Polizisten, Bankmanager und Seco-Mitarbeiter.

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Unter den Ashley-Madison-Kunden sind auch Mitarbeiter des Bundes und von Kantonspolizeien.

Unter den Ashley-Madison-Kunden sind auch Mitarbeiter des Bundes und von Kantonspolizeien.

Hacker haben am Dienstag die Daten von Millionen Kunden des Fremdgehportals Ashley Madison ins Darknet gestellt. Nachdem die Schweizer IT-Sicherheitsfirma Scip bereits einen Teil des 9,7 Gigabyte grossen Datenpakets untersucht hatte, wollte es auch tio.ch genauer wissen.

18 Bundesangestellte und vier Kapo-Mitarbeiter

In der Datenbank haben sie 64'000 E-Mail-Adressen mit dem Suffix .ch gefunden. Dies widerspiegelt nicht alle registrierten Kunden, da viele Schweizer auch mit Adressen arbeiten, die auf .com enden. 20 Kunden sind gemäss ihren Adressen beim Bund angestellt und 12 sind Armeemitglieder. Eine Adresse kann dem Bundesamt für Kommunikation zugeordnet werden.

18 Bundesangestellte und drei Beamte, die beim Kanton Tessin arbeiten, haben ihre E-Mail-Adresse bestätigt. Auch vier Kantonspolizei-Mitarbeiter sind dabei aus verschiedenen Korps. Weiter ist ein Manager der Tessiner Kantonalbank Banca dello Stato dabei. Auf das Bestätigungs-Mail antwortete er von der Adresse @bancastato.ch. Und 32 Ashely-Madison-Kunden sind Mitarbeiter und Professoren an Schweizer Universitäten.

«Kann zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses führen»

Laut dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung,

Bevölkerungsschutz und Sport ist die Verwendung der Geschäfts-E-Mailadresse von Angestellten auf einer Seite wie Ashley Madison gemäss der Weisungen nicht gestattet. «Wird bei einem Mitarbeitenden ein Verstoss gegen die Weisung festgestellt, so werden disziplinarische Massnahmen eingeleitet. Dies kann je nach Sachlage eine Ermahnung bis hin zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen», sagt Sprecherin Karin Suini.

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