Aktualisiert 16.07.2014 11:33

RadarkontrollenKapo Zürich schafft fest installierte Blitzer ab

Fix installierte Radaranlagen sind für die Kantonspolizei Zürich ein Auslaufmodell. Die Zürcher Stadtpolizei dagegen will daran festhalten – zur Gewährleistung der Sicherheit.

von
saw
Die Kantonspolizei Zürich will ihre fest installierten Blitzer aufheben und setzt künftig auf halbstationäre Anlagen.

Die Kantonspolizei Zürich will ihre fest installierten Blitzer aufheben und setzt künftig auf halbstationäre Anlagen.

Keystone

60'000 Mal hat die fest installierte Radaranlage an der Hohlstrasse in Zürich 2009 Autofahrer wegen Tempoüberschreitungen geblitzt. Zwei Jahre später waren es nur noch rund 43'000 Temposünder, wie der «Landbote» am Mittwoch berichtete. Offenbar haben sich die Autofahrer so sehr an die Radaranlage gewöhnt, dass sie nicht mehr auf sie hereinfallen.

Dass die Wirkung von fest installierten Radaranlagen mit der Zeit verpufft, hat man auch bei der Kantonspolizei Zürich festgestellt. «Wenn an Orten mit Radarmessanlagen die Geschwindigkeit eingehalten wird, ist das Ziel erreicht», sagt Kapo-Sprecher Werner Schaub dem «Landboten». Für die Kantonspolizei ist deshalb klar, dass es sich bei stationären Radaranlagen um ein Auslaufmodell handelt.

«Mittelfristig werden wir im Kanton Zürich von den total 27 Radargeräten voraussichtlich alle zehn fest installierten Kabinen abbauen», sagt Schaub. Sie sollen durch vier neue halbstationäre Anlagen ersetzt werden. Diese würden durch ihre Mobilität die Möglichkeit bieten, den Standort für einige Tage oder Wochen zu wechseln und somit könnten diese effektiver und sinnvoller eingesetzt werden.

Vernünftiger Einsatz gefordert

Für Lorenz Knecht, Geschäftsleiter der Zürcher Sektion des Automobil-Clubs der Schweiz (ACS), ist das eine gute Botschaft. Denn bei der Stadt Zürich würden Radarfallen wie jene an der Hohlstrasse eher zur Abzocke als für die Verkehrssicherheit aufgestellt. Er fordert deshalb einen vernünftigen Einsatz der halbstationären Anlagen, da auch diese nur zur Geldmacherei und Schikane eingesetzt werden könnten, so Knecht zum «Landboten».

Die Stadtpolizei Zürich hingegen will an ihren 65 fest installierten Radaranlagen festhalten – auch an jenem an der Hohlstrasse. Sprecher Marco Bisa sagt, die städtischen Radaranlagen seien dazu da, die grösstmögliche Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten – es gehe nicht darum, mit versteckten Radarfallen Verkehrssünder zu jagen. Gerade an der Hohlstrasse seien die Tempoübertretungen wie auch die Unfallhäufigkeit weiterhin sehr hoch und aus diesem Grund sei die Radaranlage nach wie vor gerechtfertigt.

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