Aktualisiert 11.11.2004 15:31

Kaprun-Gedenkstätte eingeweiht

Am 4. Jahrestag der Brandkatastrophe in der Gletscherbahn von Kaprun mit 155 Toten ist am Donnerstag eine Gedenkstätte für die Opfer eingeweiht worden.

300 Angehörige aus Österreich, Deutschland, den USA und Japan nahmen laut der Nachrichtenagentur apa an der Gedenkfeier teil.

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer musste wegen des schlechten Flugwetters seine Teilnahme absagen. Salzburgs Landeshauptfrau (Ministerpräsidentin) Gabi Burgstaller gab seine Grussbotschaft mit den Worten weiter: «Hoffentlich kommt zu dem grausamen akuten Schmerz inzwischen auch dankbare Erinnerung an Ihre Lieben hinzu.»

Als Vertreterin der Angehörigen sagte Ursula Geiger aus Bayern: «Wir haben uns für eine Gedenkstätte entschieden, weil wir die Opfer da ehren wollen, wo es passiert ist.»

Die Gedenkstätte, die gegenüber der Talstation der Gletscherbahn zum Kitzsteinhorn errichtet wurde, solle auch mahnend darauf hinweisen, dass über dem Kommerz das menschliche Leben stehe. «Es soll nie wieder ein Mensch im Tunnel sterben», sagte Geiger, die bei dem Unglück ihren Sohn verloren hatte.

Mit Kränzen bekundeten unter anderem Deutschland und die japanische Botschaft ihre Anteilnahme. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser und die evangelische Superintendentin Luise Müller feierten einen ökumenischen Gottesdienst. Der Vatikan übermittelte eine Grussbotschaft des Papstes, der den Hinterbliebenen seine «Verbundenheit im Gebet und besondere geistliche Nähe» versicherte.

Heller Sichtbeton

Die Gedenkstätte wurde als heller, lang gezogener Bau in schlichtem Sichtbeton errichtet. Im Andachtsraum schaffen farbige Glaslamellen mit dem jeweiligen Namen kleine Nischen zur Erinnerung an die 155 Toten. Die Farben entsprechen dabei dem Ton, der im chinesischen Horoskop dem Geburtsdatum des Toten zugeordnet ist.

Auf dem Vorplatz wurde auf Wunsch von Angehörigen japanischer Opfer ein Kirschbaum als Symbol des Lebens gepflanzt.

Die Gesamtkosten für die Gedenkstätte von rund 356 000 Euro teilen sich zu je einem Drittel die Gemeinde Kaprun, das Land Salzburg und die Republik Österreich. Am 11. November 2000 hatte ein defekter Heizlüfter den verheerenden Brand in der Standseilbahn zum Kitzsteinhorn ausgelöst.

(sda)

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