Aktualisiert 27.09.2005 15:21

Kaprun-Tragödie: Freisprüche bestätigt

Das Oberlandesgericht Linz hat die Freisprüche im Kaprun-Prozess bestätigt und die Berufungsklagen der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

Die Freisprüche vom Februar 2004 sind damit rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen acht der 16 Urteile Einspruch erhoben. Dem Inferno in der Standseilbahn zum Kitzsteinhorn waren am 11. November 2000 155 Menschen zum Opfer gefallen, darunter viele deutsche Skifahrer. Der Brand wurde durch einen defekten Heizstrahler verursacht.

Seit Montag mussten sich in Linz zwei Verantwortliche der Gletscherbahnen Kaprun, zwei Mitarbeiter des Wagenaufbau-Herstellers, zwei Amtssachverständige sowie zwei TÜV-Angestellte abermals verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, bei Planung, Bau und Betrieb der Bahn sowie bei späteren Überprüfungen fahrlässig gehandelt zu haben.

Richter Ernst Schütz begründete die Ablehnung der Berufungen damit, dass die Beweisanträge zu spät vorgelegt worden seien. «Es ist nicht hinnehmbar, dass derartige Beweisanträge erst jetzt eingebracht werden, obwohl die Staatsanwaltschaft ein Jahr Zeit dazu gehabt hätte», zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA den Richter.

Die Freisprüche in der ersten Instanz waren damit begründet worden, dass bei den verwendeten Materialien im Zug sowie bei den Sicherheitsvorkehrungen der Stand der Technik eingehalten worden sei. Zwar hätten bei dem Heizlüfter Konstruktions-, Produktions- und Materialfehler vorgelegen, über den Einbau eines Heizlüfters in einer Standseilbahn habe es aber keine Norm gegeben. (dapd)

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