Kriegsverbrecherprozess: Karadzic: Kommt er, kommt er nicht?
Aktualisiert

KriegsverbrecherprozessKaradzic: Kommt er, kommt er nicht?

Der frühere bosnisch-serbische Präsidente Radovan Karadzic vertretet sich selber vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Er hat angekündigt, dass er wegen zu kurzer Vorbereitungszeit nicht am Prozess erscheinen wird.

Der 64-Jährige, der im Juli vergangenen Jahres in Belgrad verhaftet worden war, muss sich ab Montag in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges verantworten. Zu den Gräueltaten, die ihm zur Last gelegt werden, zählt das Massaker von Srebrenica, bei dem 1995 etwa 8000 muslimische Männern und Jungen ermordet wurden.

Karadzic hat angekündigt, er werde nicht zum Prozessauftakt erscheinen, da er nicht genug Zeit zur Vorbereitung gehabt habe. Karadzic lässt sich in Den Haag nicht von einem Anwalt vertreten, sondern verteidigt sich selbst. Er erklärte in seinem Brief, das Gericht hätte ihm mindestens zwei Jahre Vorbereitungszeit einräumen müssen. (dapd)

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