Karibik: Zahl der Toten steigt und steigt
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Karibik: Zahl der Toten steigt und steigt

Die verheerenden Unwetter in der Karibik haben allein in der haitianischen Stadt Mapou bis zu 1.000 Menschen das Leben gekostet.

Bis Donnerstag wurden dort nach Angaben der Gesundheitsbehörden 300 Tote geborgen, doch wurden ebenso wie in anderen Ortschaften noch hunderte Menschen vermisst. In der benachbarten Dominikanischen Republik wurden mehr als 400 Leichen geborgen, rund 400 weitere Menschen galten nach offiziellen Angaben als vermisst.

Ein Sprecher der multinationalen Einsatztruppe in Haiti, US-Oberstleutnant Dave Lapan, sagte, im rund 50 Kilometer südöstlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince gelegenen Mapou sei die Lage besonders ernst. Der gesamte Ort stehe unter Wasser. «Wir kämpfen auch gegen die Zeit, weil das Wetter wieder schlecht wird.» Sintflutartige Regenfälle hatten am Wochenende die Insel Hispaniola heimgesucht und die Katastrophe ausgelöst. Viele Menschen wurden von den rasant steigenden Wassermassen im Schlaf überrascht.

Amerikanische und kanadische Soldaten brachten Hilfslieferungen in die betroffenen Gebiete. Schlamm und Erdrutsche haben jedoch zahlreiche Strassen unpassierbar gemacht und viele Ortschaften von der Versorgung abgeschnitten. In der haitianischen Grenzstadt Fond Verrettes standen hunderte Menschen um Hilfsgüter Schlange. Unter anderem wurden Plastikplanen zum Bau provisorischer Unterstände an Obdachlose ausgegeben.

Die Dominikanische Regierung hat die Gegend um die Grenzstadt Jimani inzwischen zum Katastrophengebiet erklärt. Präsident Hipolito Mejia rief den Donnerstag zum nationalen Trauertag aus. (dapd)

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