Aktualisiert 15.02.2006 12:14

Karikaturenstreit: Moskau droht Medien

Angesichts des weltweiten Streits um Mohammed- Karikaturen hat die russische Regierung den Medien des Landes mit harten Strafen gedroht, wenn sie religiöse Gefühle verletzen.

Die Strafen könnten bis zum Verbot von Medien reichen.

«Sollte ein russisches Medium Material veröffentlichen, das die Gefühle von Gläubigen verletzt, werden unverzüglich die gesetzlich vorgesehenen Massnahmen ergriffen bis hin zum Entzug der Lizenz», erklärte die Medienaufsichtsbehörde am Mittwoch in Moskau.

Der russische Journalistenverband kritisierte die massive Drohung seitens der Medienaufsichtsbehörde. Das Verbot der Aufhetzung zu Religions- und Rassenhass sei bereits gesetzlich geregelt. Ermahnungen seien deshalb überflüssig, sagte Verbandssekretär Igor Jakowenko.

In der Stadt Wolgograd verwarnte die Staatsanwaltschaft unterdessen die Zeitung «Gorodskije Westi», die eine Karikatur zu dem Streit um Zeichnungen des Propheten Mohammed veröffentlicht hatte.

Die vergleichsweise harmlose Karikatur zeigte die versammelten Religionsstifter Moses, Jesus, Mohammed und Buddha, wie sie im Fernsehen eine Prügelei ansehen und die Menschen ermahnen: «Das haben wir euch aber nicht gelehrt.»

Im mehrheitlich christlich-orthodoxen Russland gibt es starke muslimische und buddhistische Minderheiten. Präsident Wladimir Putin hatte die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen als «unzulässige Provokation» verurteilt und Ländern wie Dänemark eine Entschuldigung nahe gelegt.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.