Karin Thürig: WM-Hattrick trotz Zweifeln?
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Karin Thürig: WM-Hattrick trotz Zweifeln?

Zum Auftakt der Strassen-WM in Salzburg erhält Karin Thürig am Mittwoch die Gelegenheit, mit Jeannie Longo gleichzuziehen und ihren dritten WM-Titel im Zeitfahren in Serie zu gewinnen.

Doch die Luzernerin ist unsicher, ob sie dieses hohe Ziel erreichen kann.

Schon Anfang Saison hat sich Karin Thürig entschieden, heuer dem Ironman Hawaii Priorität einzuräumen. Ihre bisherigen Auftritte an den Triathlon-WM über die Originaldistanzen waren nicht vom Glück begünstigt. Und weil sie sich in den beiden kommenden Jahren wegen des Fernziels Olympische Sommerspiele Peking 2008 auf den Radsport konzentrieren will und muss, bietet sich in diesem Oktober die vorläufig letzte Gelegenheit, Hawaii intensiv vorzubereiten und dann vielleicht sogar zu reüssieren.

Glücksgefühle verspürte Karin Thürig vor zehn Tagen beim Halb- Ironman in Monte Carlo, den sie überlegen gewann. Dass sie auf einer schwierigen Radstrecke die schnellste Zeit fuhr, erstaunt kaum. Erhebliche Fortschritte verzeichnete die 34-Jährige im Schwimmen und im Laufen. Zu Fuss legte Thürig zwischen 50 und 105 km pro Woche zurück. Zur Optimierung ihrer Form richtete sich Thürig daheim ein Höhenzimmer ein.

Reicht die Form?

«Es ist nicht optimal. Ich fühle mich wie bei den Vorbereitungen auf eine Prüfung, bei der ich Bedenken haben muss, nicht genug gelernt zu haben», schildert die Luzernerin ihre Eindrücke im Hinblick auf das WM-Zeitfahren. Zwar hat sie verschiedentlich hinter dem Motorrad trainiert, «um zu sehen, was es leiden mag.» Wer einen gutbesetzten Halb-Ironman als Siegerin beendet, muss in guter Form sein. Aber reicht diese Verfassung, um in einer Disziplin für Spezialisierte wie dem Zeitfahren zu bestehen? «Ich gehe mit gemischten Gefühlen an den Start. Es wird heikel», sagt Karin Thürig, die sich mit ein bisschen Wehmut in der Stimme an ihren ersten Titelgewinn vor zwei Jahren in Bardolino (It) erinnert. «Dort ist mir das Rennen meines Lebens gelungen. Aber ich will auch in Salzburg mit einem guten Einsatz aufwarten.»

Wie schon im letzten Jahr vervollständigen Nicole Brändli und Priska Doppmann das Schweizer Aufgebot. Brändli hat - sehr zum Ärger der Veranstalter - am letzten Freitag die Toskana-Rundfahrt als Leaderin verlassen, um zwei Tage mehr Zeit zur WM-Vorbereitung zu haben. Die drei Schweizerinnen und ihre Gegnerinnen finden eine schwere, 26,1 km lange Strecke vor. Der Parcours gefalle ihr gut, stellte Karin Thürig nach einer Besichtigung am 18. Juni fest. Den Kernpunkt der Strecke bildet eine knapp 1000 m lange Rampe mit bis zu 14 Steigungsprozenten. (si)

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