Mit 86 Jahren: Karlheinz Böhm gestorben
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Mit 86 JahrenKarlheinz Böhm gestorben

Der Schauspieler Karlheinz Böhm ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren. Bekannt wurde er durch seine Rolle in der Sissi-Trilogie.

von
dia

Der Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation «Menschen für Menschen», Karlheinz Böhm, ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Grödig bei Salzburg, wie eine Sprecherin der Stadt Salzburg am Freitag sagte.

Als Schauspieler war Böhm als Kaiser Franz Joseph in den «Sissi«-Filmen an der Seite von Romy Schneider berühmt geworden. Mit seiner Afrika-Stiftung setzte er sich später für die Menschen in Äthiopien ein. Böhm war seit langer Zeit krank und trat nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

Wo seine letzte Ruhestätte sein wird, war zunächst nicht bekannt. «Mit Karlheinz Böhm verliert die Welt einen mutigen Visionär und unerbittlichen Kämpfer für Gerechtigkeit», erklärte «Menschen für Menschen» am Freitag in München. Die Stiftung führte seit einigen Jahren Böhms äthiopische Frau Almaz.

Im vergangenen Dezember gab sie den hauptamtlichen Vorstandsvorsitz ab, um sich um ihren schwer kranken Mann zu kümmern. Almaz Böhm war Böhms vierte Frau. Die beiden gemeinsamen Kinder Nicolas und Aida sind inzwischen erwachsen.

Sozialkritisches Denken geschärft

Der 1928 in Darmstadt geborene Österreicher - Sohn eines Dirigenten und einer Sopranistin - hatte nach seinem ersten Engagement am Wiener Burgtheater Auftritte am Theater in der Josefstadt sowie Bühnengastspiele in München, Frankfurt, Berlin und Zürich.

Zeitgleich begann in den 1950er-Jahren auch Böhms Filmkarriere als Star von unzähligen, meist kommerziellen Unterhaltungsproduktionen wie Ernst Marischkas «Sissi«-Trilogie (1955-1957). Das Image als Schwiegermutters Liebling versuchte er zu konterkarieren.

Massgeblich beeinflusste ihn die Arbeit mit Rainer Werner Fassbinder, die sein sozialkritisches Denken schärfte. Bei einem Aufenthalt in Kenia wurde er mit der Armut in Afrika konfrontiert.

Unter diesem Eindruck wettete Böhm in Frank Elstners «Wetten, dass..?«-Sendung 1981, dass nicht jeder Zuschauer eine Deutsche Mark, einen Schweizer Franken oder sieben Österreichische Schilling für die notleidenden Menschen spenden würde.

Böhm behielt recht - dennoch kam ein Millionen-Betrag zusammen. Er hängte seine Karriere als Filmstar an den Nagel und gründete die Äthiopienhilfe «Menschen für Menschen». Seitdem hat die Organisation zusammen mit der Bevölkerung an die 300 Schulen, Dutzende Krankenstationen und Hunderte Wasserstellen gebaut.

Vorwürfe eines Spenders entkräftet

Zuletzt hatten jedoch Vorwürfe eines Grossspenders gegen Almaz Böhm und die Stiftung Schlagzeilen gemacht. Der Vorwurf von Bilanzfälschung, Verschwendung und Intransparenz wurde entkräftet.

Die Stiftung erhielt Rückendeckung vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen und behielt dessen Spendensiegel - wenngleich mit der Empfehlung, einige Verbesserungen vorzunehmen.

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