Karriere-Knick nach Bush-Bericht
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Karriere-Knick nach Bush-Bericht

Weil seine Karriere durch einen umstrittenen Bericht über US-Präsident George W. Bush einen Knick erlitt, hat der US-Starjournalist Dan Rather seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Entschädigung in Millionenhöhe verklagt.

Wie seine Anwälte mitteilten, fordert der 75-Jährige wegen Vertragsverletzung von dem Fernsehsender CBS die Zahlung von Schadenersatz in der Höhe von 70 Millionen Dollar. Als Moderator der Nachrichtensendung «60 Minutes» gehörte Rather zu den bekanntesten TV-Journalisten des Landes.

Hintergrund des Streits ist ein Ende 2004 auf dem Höhepunkt des Präsidentschaftswahlkampfs von Rather und seiner Redaktion recherchierter Bericht über die Rolle Bushs während des Vietnam- Kriegs.

Darin berichteten die Journalisten unter Berufung auf ein Dokument, Bush habe als Pilot bei der texanischen Nationalgarde eine Vorzugsbehandlung genossen, weshalb seine Einheit nie nach Vietnam geschickt worden sei. Das Dokument stellte sich jedoch als Fälschung heraus, Rather musste den Bericht zurückziehen.

Beschädigter Ruf

Im März 2005 verliess er nach mehreren Jahrzehnten bei CBS den Sender mit beschädigtem Ruf. Heute produziert der Buchautor eine wöchentliche Sendung auf einem Kabelkanal.

In der neuen Klage argumentiert Rather, er sei von CBS zum Sündenbock gemacht worden, um den Zorn des Weissen Hauses über die Berichterstattung zu besänftigen. Seine Sendezeit sei nach dem Vorfall gezielt gekürzt worden, womit CBS seinen Vertrag verletzt habe.

Eine Sprecherin des Senders reagierte gelassen: Rathers Beschwerden seien «alte Nachrichten», die Klage habe wenig Chancen auf Erfolg. (sda)

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