Taliban: Karsai begrüsst Strategie der USA
Aktualisiert

TalibanKarsai begrüsst Strategie der USA

In Den Haag haben am Dienstag Vertreter aus über 70 Staaten die neue Strategie der USA für Afghanistan erörtert. Afghanistans Präsident Hamid Karsai lobte an der UNO-Konferenz den regionalen Ansatz der US-Strategie unter Einbeziehung von Pakistan und Iran.

Dies werde von seiner Regierung rückhaltlos unterstützt. Afghanistan brauche in den nächsten fünf Jahren die verstärkte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen die Al- Kaida-Terroristen ebenso wie beim wirtschaftlichen Aufbau.

Karsai versprach zugleich, stärker gegen die Korruption in seinem Land vorzugehen und mehr Anstrengungen für den Aufbau eigener Sicherheitskräfte zu unternehmen.

Der afghanische Präsident reagierte positiv auf die Bereitschaft der Nachbarländer zur Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung. Kurz zuvor hatte Irans Vize-Aussenminister Mohammed Mehdi Achundsadeh die Bereitschaft seines Landes zur Hilfe unterstrichen.

Die USA ihrerseits hatten in einem Bruch ihrer bisher auf die Isolierung des Iran abzielenden Politik eine Teilnahme der Islamischen Republik an der UNO-Konferenz befürwortet. US- Aussenministerin Hillary Clinton betonte dies noch einmal zu Beginn der Konferenz.

Versöhnung mit Taliban

Sie sprach sich ferner für eine Versöhnung mit denjenigen Taliban- Anhängern au, die der Gewalt abschwören. Die afghanische Regierung müsse in ihrem Bemühen unterstützt werden, die Extremisten von denjenigen zu trennen, die sich lediglich aus Verzweiflung den radikalislamischen Taliban angeschlossen hätten.

Der US-Sondergesandte für Afghanistan Richard Holbrooke erklärte, die Tatsache, dass so viele Regierungen in Den Haag vertreten seien, unterstreiche die grosse Bereitschaft zu einem «Neustart» der Anstrengungen für eine Lösung des Afghanistan-Problems.

An der Konferenz ist auch die Schweiz vertreten, durch DEZA-Chef Martin Dahinden. Dies war am Dienstag von Seiten des EDA zu erfahren.

Der Plan von US-Präsident Barack Obama sieht neben zusätzlichen Kampftruppen die Entsendung von 4000 weitere Militärausbildern in das Land vor. Auch soll die wirtschaftliche Aufbauhilfe für Afghanistan und dessen Nachbarn Pakistan deutlich verstärkt werden. (sda)

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