Präsidentenwahl: Karsai hat die Nase vorn
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PräsidentenwahlKarsai hat die Nase vorn

Amtsinhaber Hamid Karsai hat seinen Vorsprung bei der Präsidentenwahl in Afghanistan weiter ausgebaut. Er kommt auf 46,2 Prozent der bis dahin ausgezählten Stimmen und nähert sich damit der für einen Sieg im ersten Wahlgang nötigen 50-Prozent-Marke.

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Heidi Vogt/AP

Sein wichtigster Kontrahent Abdullah Abdullah erreichte laut Wahlkommission 31,4 Prozent. Das Zwischenergebnis basierte auf der Auszählung von 35 Prozent der Wahllokale (Stand Samstag).

Mit dem Endergebnis ist erst Ende September zu rechnen - nach Abschluss einer Prüfung von Vorwürfen über Betrug bei der Abstimmung vom 20. August. Die Kommission für Wahlbeschwerden erhielt bis zum Sonntag mehr als 550 Eingaben, die für den Wahlausgang bedeutend sein könnten. Insgesamt gingen einer Sprecherin zufolge mehr als 2.000 Vorwürfe von Betrug oder Wählereinschüchterung am Wahltag sowie bei der Stimmauszählung ein. 82 Prozent dieser Beschwerden seien bearbeitet worden, 567 würden mit hoher Priorität behandelt, da sie den Wahlausgang beeinflussen könnten.

Bessere Ausrüstung für britische Soldaten

Bei einem unangekündigten Truppenbesuch in der Unruheprovinz Helmand versprach der britische Premierminister Gordon Brown den Soldaten eine bessere Ausrüstung. Dies sei notwendig, um im Kampf gegen die Taliban zu bestehen, sagte Brown am Samstag in Laschkar Gah. Vor allem müsse es eine wirksame Vorbeugung gegen am Strassenrand versteckte Bomben geben. Britische Soldaten entschärften allein in der vergangenen Woche 337 solche Sprengsätze.

In Afghanistan haben sich die Todesfälle unter britischen Soldaten in jüngster Zeit gehäuft, allein im Juli gab es 22 Opfer. Die Gesamtzahl der getöteten Briten überstieg Mitte August die Marke von 200 und lag damit höher als im Irak. Dies hat in Grossbritannien die Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz drastisch sinken lassen.

Für die US-Streitkräfte am Hindukusch ist der August zum tödlichsten Monat seit ihrer Invasion vor acht Jahren geworden: Bis Freitag 45 amerikanische Soldaten ums Leben, einer mehr als im Juli. Die Todeszahlen sind insgesamt gestiegen, seit US-Präsident Barack Obama eine Verstärkung des US-Kontingents um zusätzliche 21.000 Soldaten anordnete.

Verletzte CBS-Korrespondentin nach Landstuhl geflogen

Eine bei einem Bombenanschlag in Afghanistan schwer verletzte Korrespondentin des US-Rundfunksenders CBS ist am Sonntag zur weiteren Behandlung im US-Militärkrankenhaus Landstuhl in der Pfalz eingetroffen. Die Journalistin Cami McCormick war zunächst in einem Feldlazarett und später auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram medizinisch versorgt worden. Über die Art ihrer Verletzungen wurde nichts bekannt. Die 47-Jährige, die über die Präsidentenwahl berichtete, wurde am Freitag verwundet, als das Militärfahrzeug, in dem sie mitfuhr, südlich von Kabul von einem Sprengsatz getroffen wurde.

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