Aktualisiert 02.11.2011 18:58

Afghanistan

Karsai will engere regionale Kooperation

Der afghanische Präsident Hamid Karsai will künftig enger mit Pakistan zusammenarbeiten. Nur so sei der Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen.

An einer internationalen Afghanistan- Konferenz in Istanbul haben die Teilnehmer am Mittwoch die Notwendigkeit der regionalen Zusammenarbeit für die Zukunft des Landes betont. Nur so könne der Bedrohung des Terrorismus begegnet werden, sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai.

Ohne regionale Kooperation bleibe Frieden in Afghanistan illusorisch, warnte Karsai. Terrornetzwerke stellten die mit Abstand grösste Bedrohung für die Sicherheit Afghanistans dar. Er hoffe, dass die Taliban mit Hilfe der «pakistanischen Brüder» in einen Friedensprozess eingebunden und ihr Einfluss vermindert werden könne.

Eine Serie schwerer Anschläge in Afghanistan hatte den Verdacht genährt, dass Pakistan die Rebellen unterstützt. Nach Ansicht Afghanistans und der USA tut Islamabad nicht genug, um gegen die radikal-islamischen Taliban und das Terrornetzwerk Al-Kaida vorzugehen. Pakistan bestreitet dies.

Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle sagte, Pakistan spiele eine «ganz zentrale Rolle», ebenso der Iran. Bisher gebe es zu viel Konfrontation und zu wenig Kooperation.

Der iranische Aussenminister Ali-Akbar Salehi erhob hingegen schwere Vorwürfe gegen die NATO. «Den ausländischen Truppen ist die Lage der Menschen in Afghanistan egal», sagte er. Es seien zehn Jahre vergangen, seit die NATO-Truppen nach Afghanistan eingerückt seien, und die Situation habe sich nicht verbessert.

Die NATO-Truppen wollen sich bis Ende 2014 vollständig aus Afghanistan zurückziehen. Dann sollen die Afghanen die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land übernehmen. Karsai kündigte am Mittwoch an, Afghanistan wolle noch vor Ende des Jahres selbstständig für die Sicherheit von 50 Prozent seiner Bevölkerung sorgen können.

Hilfe für Afghanistan

In einer Abschlusserklärung verpflichteten sich am Mittwoch 13 Länder darauf, Afghanistan Hilfestellung bei der Sicherheit, dem Wiederaufbau, der Gesundheit sowie dem Kampf gegen Terrorismus und illegalen Handel zu leisten.

Ziel sei es, in diesen Bereichen Fortschritte zu erzielen, bis Frieden und Stabilität gewährleistet werden könnten, erklärte der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu.

Zu den Teilnehmerländern zählen China, Pakistan, Indien, Russland, Saudi-Arabien, der Iran und die Türkei sowie mehrere zentralasiatische Staaten.

13 weitere Länder, darunter Deutschland, Frankreich und die USA, sowie internationale Organisationen wie die UNO und die NATO versicherten, die Initiative namens Istanbul-Prozess unterstützen zu wollen.

Die Istanbuler Tagung zählte zu den wichtigsten Vorbereitungstreffen für die Afghanistan-Konferenz in Bonn. Dort sollen am 5. Dezember die Weichen für die Zeit nach dem Abzug der NATO-Kampftruppen gestellt werden.

(sda)

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