Aktualisiert 05.10.2004 12:09

Karsai wirbt ausserhalb von Kabul

Wenige Tage vor den Präsidentenwahlen in Afghanistan hat sich Amtsinhaber Hamid Karsai am Dienstag erstmals zu einem Wahlkampfauftritt aus der Hauptstadt Kabul gewagt.

Begleitet von mehreren Helikoptern und Kampfflugzeugen reiste er nach Ghasni, rund hundert Kilometer südlich der Hauptstadt. Etwa 10 000 Menschen bereiteten Karsai einen begeisterten Empfang in einem Park der Stadt.

Die Menschen hielten Plakate mit dem Porträt des Staatschefs in die Höhe und riefen Parolen wie «Karsai ist das Symbol der Einheit» oder «Lang lebe Karsai». Dazu sangen sie «Allah ist gross». Seine Leibwächter mahnten Karsai zur Vorsicht, als er für ein Bad in der Menge von der Bühne stieg.

Karsai rief den Menschen in Ghasni zu, mit ihrer Stimmabgabe am Samstag würden sie nicht nur ihren Präsidenten wählen, sondern «das Fundament legen für ein friedliches, stabiles, wohlhabendes Afghanistan». Er appellierte an die Afghanen, sich bei dem anstehenden Urnengang nicht unter Druck setzen zu lassen.

Der Präsident zeichnete das Bild von einem Afghanistan, das dereinst auf eigenen Füssen stehen und seine eigene Währung sowie einen eigenen Sicherheitsapparat haben werde. Ein wichtiges Ziel sei auch eine gute Gesundheitsversorgung. Afghanistan solle ein Land werden, «in dem jeder Mann und jede Frau Entscheidungen für die Zukunft fällt».

Schärfste Sicherheitsmassnahmen

Der Auftritt Karsais fand unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Dem von US-Leibwächtern beschützten Staatschef boten zahlreiche Soldaten auf den Strassen zusätzlichen Schutz. Strassen waren gesperrt; jeder, der den Karsai-Auftritt verfolgen wollte, musste sich strengen Kontrollen unterziehen.

Mitte September hatte Karsai einen geplanten Wahlkampfauftritt in der südöstlichen Stadt Gardes abbrechen müssen, nachdem mutmassliche Taliban-Kämpfer eine Rakete auf seinen Helikopter abgefeuert hatten. Die Rakete verfehlte ihr Ziel. Karsais Helikopter flog umgehend nach Kabul zurück.

(sda)

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