KarstadtQuelle unter Zeitdruck
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KarstadtQuelle unter Zeitdruck

Die Rettungsbemühungen für den angeschlagenen Handelskonzerns KarstadtQuelle stehen unter massivem Zeitdruck.

Konzernchef Christoph Achenbach sagte am Dienstagabend in Düsseldorf nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und zahlreichen Bürgermeistern, die Gespräche mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften über ein Sanierungspaket müssten bis Mitte des Monats abgeschlossen sein.

Die Einigung mit der Belegschaft sei die Voraussetzung für die dringend notwendige Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro und die Verhandlungen mit den Banken, begründete der Manager den engen Zeitrahmen. Bisher war von einem Zeitraum von bis zu vier Wochen für die Suche nach einem Kompromiss zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgegangen worden. Auch Clement drängte, es müsse nun schnell eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

Gleichzeitig dämpfte Konzernsprecher Jörg Howe Hoffnungen in der Belegschaft, die Sanierungspläne des Handelsriesens spürbar abmildern zu können. Eine «softe Sanierung» werde es nicht geben, sagt er im Sender Phoenix «Wir haben nur einen Schuss, um das Sanierungskonzept umzusetzen, und wir müssen es schnell umsetzten», sagte Howe. Er sei «fest davon überzeugt, dass wir es schaffen, das Unternehmen zu drehen, dass wir in zwei Jahren schwarze Zahlen schreiben.»

Die Karstadt-Aktie verlor am Mittwochvormittag mehr als neun Prozent am Wert, nachdem die US-Investmentgesellschaft Blackstone Berichte relativiert hatte, sie sei an dem Essener Handelsriesen interessiert. Doch gibt es nach übereinstimmenden Berichten des «Handelsblattes» und der «Financial Times Deutschland» (Mittwochsausgaben) eine ganze Reihe von Interessenten für die Karstadt-Immobilien.

Unterdessen berichtete die «Bild»-Zeitung, KarstadtQuelle wolle bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch eine Einschränkung des Personalrabatts durchsetzen, der bisher 10 bis 15 Prozent des Normalpreises betrage.

Die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Vorstand dürften sich ausserordentlich schwierig gestalten. Die Gewerkschaft ver.di und der Gesamtbetriebsrat der Warenhaus AG lehnten jüngst eine Verlängerung der Arbeitszeit und dauerhafte Tarifeinschnitte ab. Das Unternehmen forderte dagegen, auch über Urlaub, Mehrarbeit und Gehaltsverzicht zu verhandeln. Derzeit droht nach Gewerkschaftsangaben rund 7.000 Beschäftigten der Verlust ihres Arbeitsplatzes. (dapd)

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