Kartoffelkrise: Engpass bei Pommes frites und Chips
Aktualisiert

Kartoffelkrise: Engpass bei Pommes frites und Chips

Kurz vor der EM ist die Nachfrage nach Pommes frites & Co. drastisch angestiegen. Die Lagerbestände reichen nicht aus – jetzt müssen zusätzlich 3000 Tonnen Kartoffeln importiert werden.

von
Alex Hämmerli

Die Verkäufe von Kartoffelprodukten liegen laut dem Branchenverband Swiss-patat weit über den Erwartungen. Trotz hoher Lagerbestände werden die Vorräte deshalb nicht ausreichen, um den Bedarf bis zur neuen Ernte zu decken. Gemäss Hans Rüssli vom Schweizerischen Bauernverband können die ersten Früh-kartoffeln erst Ende Mai geerntet werden. Damit die Schweizer Couch-Potatoes trotzdem verköstigt werden können, muss Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard die Zusatzimporte absegnen. Diese würden «vorwiegend aus nordeuropäischen Lagerbeständen kommen», so Hans Rüssli.

Insgesamt würde sich die Importmenge danach auf 33  250 Tonnen belaufen. Das wäre laut Rüssli trotzdem nur die Hälfte der Importe des Rekordjahres 2006: Damals mussten witterungsbedingt 60  000 Tonnen Kartoffeln eingeführt werden. Laut WTO-Bestimmungen müssen mindestens 22  250 Tonnen Kartoffeln zu tiefen Zöllen auf den Schweizer Markt gelassen werden. In der Schweiz werden jährlich rund 500  000 Tonnen Kartoffeln produziert – den Grossteil davon essen oder verwerten die Schweizer selber.

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