Ewige Bündelei: Kartonstreit geht in die nächste Runde
Aktualisiert

Ewige BündeleiKartonstreit geht in die nächste Runde

Das Kartonproblem der Region Luzern wird zunehmend politisch. Nun wurde nach Luzern und Kriens auch in Emmen ein Vorstoss eingereicht.

von
Vroni Fehlmann
So bereit gestellt werden die Kartons seit Anfang 2013 stehen gelassen.

So bereit gestellt werden die Kartons seit Anfang 2013 stehen gelassen.

«Es ist sehr wahrscheinlich, dass künftig viele den Karton zusammen mit dem allgemeinen Abfall entsorgen werden.» Dies schreibt Rita Amrein von der CVP Emmen in ihrem Vorstoss.

Anlass dazu ist der Streit um die Kartonsammlung. Seit Anfang 2013 müssen die Bewohner der Stadt und Agglomeration Luzern den Karton gebündelt bereitstellen. Hält man sich nicht daran, wird er stehen gelassen. «Beim Karton gibt es viele Kleinteile, die aus dem Bündel herausfallen. Dieser Umstand bringt die Leute dazu, mit dem Sammeln aufzuhören», sagt Amrein. Nach Luzern und Kriens ist nun Emmen die dritte Gemeinde, in der man auf politischer Ebene eine Lösung sucht.

Vorgaben kommen von Gemeinden

«Die Regelung ist nicht neu, wir setzten sie jetzt aber konsequenter um», sagt Martin Zumstein vom Entsorgungsverband Real. Die Vorgaben kämen von den Gemeinden selbst. «Immerhin hält sich der grösste Teil der 84 000 Haushalte an die Bündelvorschrift», sagt Zumstein. In diesem Jahr will man nun Erfahrungen sammeln, um dann die Regeln im Abfallkalender auf das Jahr 2014 allenfalls anzupassen. Ein wichtiges Kriterium ­bleiben die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter auf den Fahrzeugen, welche das bereit gestellte Material einsammeln müssen.

Alternativen wären vorhanden

Zumstein sieht aber durchaus auch Alternativen: Eine optimale Lösung, ohne zu bündeln, seien Container, die von den Haushalten und Betrieben bereit gestellt werden – oder die Entsorgung im Ökihof. Ein grosses Problem bei der Kartonentsorgung ist die Tatsache, dass einige Bewohner ihren Abfall gleich mitentsorgen. Bis zur Einführung der neuen Regelung konnten solche Sünder kaum zurückverfolgt werden. In den Containern und im Ökihof allerdings würde man solche Kuckuckseier sofort erkennen und die Verantwortlichen belehren können.

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