Dinara Kulibajewa (54) - Kasachische Ex-Präsidenten-Tochter kauft Genfer Schloss für 106 Mio. Franken
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Dinara Kulibajewa (54)Kasachische Ex-Präsidenten-Tochter kauft Genfer Schloss für 106 Mio. Franken

Eines der prestigeträchtigsten Häuser am Genfersee könnte bald der Tochter des ehemaligen Präsidenten Kasachstans gehören. Die Tochter steht eisern hinter ihrem Vater und damit auch mehreren Verbrechen im Heimatland.

von
Patrick McEvily
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Dieses 76 Millionen Franken teure Anwesen in Anières bei Genf besitzt Dinara Kulibajewa (54) bereits.

Dieses 76 Millionen Franken teure Anwesen in Anières bei Genf besitzt Dinara Kulibajewa (54) bereits.

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Und diese Immobilie gehört gemäss Recherchen der Tamedia-Zeitungen seit Anfang 2020 ebenfalls zum Portfolio Kulibajewas. Das Chateau Bellerive ist eines der exklusivsten Anwesen der Schweiz.

Und diese Immobilie gehört gemäss Recherchen der Tamedia-Zeitungen seit Anfang 2020 ebenfalls zum Portfolio Kulibajewas. Das Chateau Bellerive ist eines der exklusivsten Anwesen der Schweiz.

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Kulibajewa ist die Tochter des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew (81).

Kulibajewa ist die Tochter des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew (81).

via REUTERS

Darum gehts

Dinara Kulibajewa ist die Tochter des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Der heute 81-Jährige regierte das Land jahrzehntelang eisern. 2019 trat er ab. Doch seinen Einfluss soll Nasarbajew behalten haben und darum auch indirekt Ziel der Proteste in den vergangenen Wochen gewesen sein.

Die Lage scheint für den ehemaligen Autokraten mittlerweile ungemütlich geworden zu sein, Getreue wendeten sich von ihm ab. Schon seit längerem gibt es Gerüchte, dass sich Teile der Familie Nasarbajew in die Schweiz absetzen wollen oder dies bereits getan haben. Planespotter hatten am Abend des 5. Januars auf einem Flug, der von Kasachstan in die Schweiz kam, den ehemaligen Autokraten vermutet. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Anlage mit mehreren Zehntausend Quadratmetern

Seine Tochter lebt schon seit über einem Jahrzehnt hier. In Anières, einer Gemeinde nördlich der Stadt Genf, besitzt sie ein 74,7 Millionen Franken teures Anwesen mit Seeanstoss. Über 20 Zimmer hat die Riesen-Villa. Doch das reicht der Frau, die von den Genfer Behörden pauschalbesteuert wird (der Steuersatz wird nicht öffentlich kommentiert), scheinbar nicht.

Anfang 2020 soll sie gemäss Recherchen der Tamedia-Zeitungen das Chateau de Bellerive vor den Toren der Stadt für 106 Millionen Franken gekauft haben. Das Schloss verfügt über eine Anlage mit mehreren Zehntausend Quadratmetern. Es besteht schon seit 1666 und wurde einst vom Herzog von Savoyen erbaut. Zurzeit wird es umgebaut.

Proteste nach Abriss von historischer Villa im Tessin

Ehemaliger Eigentümer des Schlosses Bellerive in der gleichnamigen Gemeinde war ein arabischer Philanthrop, der auch für die UNO aktiv war. Seine Erbengemeinschaft soll Kulibajewa das Schloss verkauft haben. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt das Vermögen der 54-Jährigen auf drei Milliarden Franken.

In die Schweiz zog sie vor 15 Jahren. Damals erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Tessin. Die Autokraten-Tochter profitierte von den Einschätzungen der dortigen Behörden, wonach ein von ihr gegründetes Unternehmen Arbeitsplätze in die Region bringen würde. Aus diesem wurde jedoch nichts. Stattdessen liquidierte Kulibajewa das Unternehmen just in dem Moment, als sie aufgrund einer Gesetzesänderung die B-Bewilligung erhielt. Zudem zog die pauschalbesteuerte Kulibajewa kurze Zeit später nach Genf.

Immobilien im Wert von 720 Millionen Franken

Der Nasarbajew-Clan besitzt gemäss einer Recherche von Radio Free Europe Immobilien auf dem ganzen europäischen Kontinent, Grossbritannien und den USA. Der Gesamtwert soll sich auf mindestens 720 Millionen Franken belaufen. Neben den Häusern in der Region Genf besitzt Dinara Kulabajewa noch eine dritte Immobilie hierzulande. In ihrer ersten «Heimat» in der Schweiz erwarb ihr Ehemann bereits vor einigen Jahren eine Villa in Melide. Timur Kulabajewa liess angesichts der historischen Baumasse jedoch nur wenig Zurückhaltung an den Tag und liess den Altbau kurzerhand abreissen, was damals in der Bevölkerung zu grösseren Protesten führte.

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