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Jubel-KnatschKasami & Co. verzichten auf Doppeladler in Nati

Der Torjubel von Pajtim Kasami und Granit Xhaka wurde zur Chefsache. Die Flattermann-Geste soll in der Nati nicht vorkommen.

von
Sandro Compagno

Sitzung am Montagabend im Panorama Spa & Resort in Feusisberg. Eine hochrangige Delegation des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) traf sich mit dem Spielerrat der Nati. Die Teilnehmerliste unterstreicht die Bedeutung des Meetings: Der Nati-Delegierte Peter Stadelmann hatte geladen. Am Tisch sassen Nationaltrainer Vladimir Petkovic, sein Assistent Antonio Manicone, Generalsekretär Alex Miescher und Medienchef Marco von Ah seitens des Verbandes. Die Spieler wurden vertreten durch Gökhan Inler, Xherdan Shaqiri, Stephan Lichtsteiner, Steve von Bergen und Valon Behrami.

Spielerrat verspricht: Kein Doppeladler in der Nati

Resultat der Unterredung: Der Verband hat keine Handhabe, den Spielern die Jubelgeste mit dem Doppeladler zu verbieten. Pajtim Kasami hatte sein 1:0 mit Olympiakos Piräus in der Champions League gegen Juventus Turin so bejubelt, Granit Xhaka sein Tor in der Bundesliga gegen Hannover 96. «Die Geste hat keinen politischen Hintergrund», stellt Medienchef Von Ah fest. Falls sie politisch behaftet wäre, dann hätte der SFV eine Empfehlung abgegeben. Von Ah: «So aber ist sie lediglich ein Ausdruck von Freude.» In der Nationalmannschaft hat noch nie ein Spieler mit dem Doppeladler gefeiert. Das werde auch so bleiben, versprach der Spielerrat.

Behrami als Vertreter dieses Rates stimmt Von Ahs Aussage zu. «Es war ein sehr wichtiges Gespräch für uns. Wir wollen behutsam und respektvoll mit unseren Fans umgehen. Wir vom Spielerrat haben mit dem Team bereits gesprochen und alle dafür sensibilisiert, gewisse Gesten, die unsere Fans als störend empfinden könnten, in Zukunft zu unterlassen. Sie werden künftig kein Thema mehr sein», sagte der Mittelfeldspieler in einer Videobotschaft, die der SFV über seine Facebook-Seite verbreitete.

«Eine Modeerscheinung»

In einer Stellungnahme unterstreicht der Rat der Albaner der Schweiz die Interpretation des SFV. «Der mit beiden Händen gefaltete Doppeladler ist eine Modeerscheinung der Generation, welche nach 1990 geboren ist», schreibt der Rat. «Sie hat überhaupt keine politische Bedeutung oder Komponente. Vielmehr ist der flatternde Doppeladler eine Geste der Freude.»

Trotzdem stellt sich die Frage, warum Schweizer Bürger ihre Freude mit diesem «Flattermann» ausdrücken und nicht mit einem herzhaften Naturjutz.

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