Community: «Kasse zahlt nicht, weil Zusammenhang mit meiner MS nicht bewiesen ist»

Publiziert

Community«Kasse zahlt nicht, weil Zusammenhang mit meiner MS nicht bewiesen ist»

Bruno Denger (78) wartet seit einem Jahr auf die Kostengutsprache seiner Krankenkasse. Beispiele aus der 20-Minuten-Community zeigen, er ist kein Einzelfall.

von
Vanessa Travasci
1 / 8
Bruno Denger aus Basel wartet seit bald einem Jahr auf seine Zahnimplantate. Die Krankenkasse gewährt keine Kostengutsprache, weil angeblich Röntgenbilder fehlen. Der Basler Rentner ist kein Einzelfall. Hier kommen die Geschichten der 20-Minuten-Community.

Bruno Denger aus Basel wartet seit bald einem Jahr auf seine Zahnimplantate. Die Krankenkasse gewährt keine Kostengutsprache, weil angeblich Röntgenbilder fehlen. Der Basler Rentner ist kein Einzelfall. Hier kommen die Geschichten der 20-Minuten-Community.

20min/Vanessa Travasci
20min
20min

Darum gehts

Bruno Denger (78) wartet seit bald einem Jahr auf die Kostengutsprache seiner Krankenkasse. Er verunfallte Anfang Dezember letzten Jahres schwer. Vier Frontzähne mussten gezogen werden und er benötigt festsitzende Implantate. Die Krankenkasse erteilt aber keine Kostengutsprache, weil scheinbar noch immer entscheidende Röntgenbilder fehlten. Denger hakte mehrfach bei der Zahnklinik und Versicherung nach. Nach der Recherche von 20 Minuten hat die Krankenkasse für ihn nun einen Case Manager eingesetzt.

Das ist kein Einzelfall. Auf einen Aufruf von 20 Minuten haben sich mehrere Personen gemeldet, denen Ähnliches widerfahren ist. «Mir wurden in jungen Jahren sieben Zähne gezogen, weil keine zweiten nachgekommen sind. Bis 20-jährig hätte die Invalidenversicherung die Implantate gezahlt. Sie wurden jedoch nie gemacht», schreibt Jessi (28). Als Erwachsene habe sie sechs Jahre lang auf eine Kostengutsprache gewartet. Zwischendurch wechselte sie die Krankenkasse und bekam den Eingriff dann plötzlich bewilligt. 

Michèle (30) muss durch ihre diagnostizierte Multiple Sklerose vermehrt Medikamente einnehmen. «Seither leide ich an Zahnproblemen. Weil kein eindeutiger Zusammenhang bewiesen werden kann, lehnt meine Krankenkasse Zahlungen ab.» In der Bildstrecke findest du weitere Beispiele aus der 20-Minuten-Community.

«Es herrscht eine Zugangs-Ungerechtigkeit»

Die Patientenstelle Schweiz erstaunt die beschriebenen Beispiele nicht. «Es gibt viele solcher Fälle und wir werden ständig damit konfrontiert», so Flavia Wasserfallen, Präsidentin des Dachverbands schweizerischer Patientenstellen. «Studien beweisen, dass eine Ungleichbehandlung herrscht. Bei ähnlicher Sachlage wird je nach Krankenkasse unterschiedlich entschieden», so Wasserfallen.

Jede Krankenkasse habe eigene Vertrauensärzte. «Diese sind jedoch nicht auf jeden Fall spezialisiert. So kann es vorkommen, dass ein Vertrauensarzt mit psychiatrischer Ausbildung über den Nutzen einer Behandlung gegen einen Hirntumor entscheidet», sagt die Präsidentin weiter. Dieses System schaffe eine Zugangs-Ungerechtigkeit. 

«Deshalb fordern wir von der Patientenstelle, dass nebst den Vertrauensärzten ein unabhängiges Gremium eingesetzt wird, das bei Negativ-Entscheiden hinzugezogen werden kann», so Wasserfallen. 

Hast du Fragen zu deinen Rechten als Patientin oder Patient?

Hier findest du Hilfe:

Aktivier jetzt den Basel-Push!

Deine Meinung

20 Kommentare