15.02.2018 05:45

Grossaktion in Hergiswil bei Willisau«Kastrierte Katzen leben deutlich länger»

Der Luzerner Tierschutzverein hat kürzlich in Hergiswil bei Willisau 182 Katzen von 47 Höfen kastriert. Nach früherer Skepsis begrüssen die Bauern die Aktion.

von
Daniela Gigor
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182 Katzen sind von November 2017 bis Februar in Hergiswil am Napf kastriert worden.

182 Katzen sind von November 2017 bis Februar in Hergiswil am Napf kastriert worden.

Schweizer Tierschutz STS
Katzen beim Eingriff in der Tierklinik.

Katzen beim Eingriff in der Tierklinik.

Schweizer Tierschutz STS
Die Tiere warten in ihrer Box auf die Kastration.

Die Tiere warten in ihrer Box auf die Kastration.

Schweizer Tierschutz STS

Landwirtschaftliche Betriebe in der Gemeinde Hergiswil bei Willisau konnten zwischen November 2017 und Anfang Februar von stark vergünstigten Preisen für die Kastration ihrer Hofkatzen profitieren. Für nur gerade 30 Franken pro Tier wurden die Katzen kastriert, geimpft und entwurmt. Unters Messer kamen insgesamt 182 Katzen, die auf 47 Bauernhöfen leben.

Operiert wurden die Tiere vom VetTeam, das Praxen in Willisau, Hergiswil und Zell betreibt. «Wir hatten viele positive Reaktionen auf die Aktion», sagt Victor Eng von der Tierpraxis Arche in Hergiswil bei Willisau. Für Privatpersonen würde die Kastration einer Katze je nach Praxis und Standort zwischen 150 und 250 Franken kosten. Für die Aktion der Katzenkastration hätten die Tierärzte mit dem Tierschutz einen Sonderpreis ausgehandelt.

Kastrierte Katzen leben länger und streunen nicht

Joel Wapf, Landwirtschaftsbeauftragter in Hergiswil, organisierte, wo die Tiere angemeldet werden konnten, informierte die Bauern schriftlich über die Aktion, sammelte die Tiere bei den verschiedenen Höfen ein und fuhr sie in Körben des kantonalen Tierschutzes zu den Tierärzten und wieder zurück. «Ich bin dankbar, dass der Tierschutz Luzern diese Aktion unterstützt», sagt Wapf. Der Tierschutzverein des Kantons Luzern möchte diese Aktion auch 2018 und 2019 durchführen. Interessierte Gemeinden können sich bereits jetzt melden.

Die Aktion wurde wie in den Vorjahren vom Tierschutzverein des Kantons Luzern durchgeführt und zum Teil finanziert. Unterstützt wurde er mit Geldern aus dem Katzenkastrationsfonds des Schweizer Tierschutzes STS. Dessen Sprecherin Helen Sandmeier nennt es eine Win-Win-Situation: «Früher war es schwierig, die Bauern zu überzeugen, dass die Kastration der Katzen viele Vorteile hat. Nun arbeiten die Bauern mit uns Hand in Hand.»

Durch eine Kastration leben die Tiere deutlich länger und der Trieb, auf Partnersuche zu gehen, fällt weg – und damit auch die Gefahren beim Herumstreunen. Ausserdem wird verhindert, dass sich Katzen unkontrolliert vermehren oder dass es zu Inzucht kommt. Laut Tierschutz kann man davon ausgehen, dass ein Katzenpaar pro Jahr zweimal Nachwuchs bekommt. Wenn jeweils drei Kätzchen überleben würden, dann ergebe dies von einem Paar in sieben Jahren rechnerisch über 420'000 Katzen.

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