Zürcher Obergericht: Kastrierter Pädosexueller missbraucht 15-Jährigen
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Zürcher ObergerichtKastrierter Pädosexueller missbraucht 15-Jährigen

Das Obergericht muss sich am Montag mit dem Fall eines Pädosexuellen (66) befassen. Der kastrierte Sexualstraftäter hatte sich an einem 15-Jährigen vergangen.

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Ein Pädosexueller hatte 2010 in Dinhard bei Winterthur einen 15-Jährigen gefesselt, entführt und sich an ihm vergangen. Nun kommt der Fall vor Obergericht.

Ein Pädosexueller hatte 2010 in Dinhard bei Winterthur einen 15-Jährigen gefesselt, entführt und sich an ihm vergangen. Nun kommt der Fall vor Obergericht.

Im Juni 2012 wurde der Schweizer vom Winterthurer Bezirksgericht wegen sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung und sexueller Handlungen mit einem Kind zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Zudem muss er eine ambulante Therapie besuchen.

Der heute 66-Jährige hatte 2010 in Dinhard bei Winterthur mit seinem Auto einen 15-jährigen Velofahrer nicht nur ausgebremst, sondern auch gefesselt, geknebelt und in den Kofferraum seines Wagens gesteckt. Dann fuhr er zu einem Waldstück, wo er den Jugendlichen sexuell missbrauchte und danach davonlaufen liess.

Das Leben des Beschuldigten ist seit seiner Jugend von seiner pädophilen Neigung geprägt. Nach einem Vorfall in den 1970er-Jahren liess er sich auf eigenen Wunsch kastrieren, um zu verhindern, dass er die eigenen Stiefkinder missbraucht. Nach dem Eingriff wurde er dauerhaft mit Hormonpräparaten behandelt.

Beschuldigter akzeptiert erstes Urteil nicht

Beim erstinstanzlichen Prozess argumentierte er, dass er seine pädophilen Neigungen eigentlich gut im Griff habe. Zum Zeitpunkt der Tat habe er aber keine Kontrolle über sich gehabt, weil ihm die Ärzte ein neues, stärkeres Hormonpräparat gespritzt hätten.

Der Beschuldigte akzeptierte die Verurteilung zu sechs Jahren deshalb nicht und fordert vom Obergericht eine Senkung der Strafe. Der Staatsanwalt hingegen will den Mann zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt sehen. (att/sda)

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