Ausbeutung von Arbeitsmigranten und -migrantinnen - Katar beschliesst Arbeitsverbot an Hitzetagen
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Ausbeutung von Arbeitsmigranten und -migrantinnenKatar beschliesst Arbeitsverbot an Hitzetagen

Der Golfstaat Katar wurde für seinen Umgang mit Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern stark kritisiert. Kurz vor der Fussball-WM ändert das Land jetzt seine Arbeitsbestimmungen.

Im Al-Bayt-Stadion soll im kommenden Winter die Fussball-WM stattfinden.

Im Al-Bayt-Stadion soll im kommenden Winter die Fussball-WM stattfinden.

REUTERS

Der für seinen mangelnden Arbeitnehmerschutz scharf kritisierte Golfstaat Katar hat neue Massnahmen zum Schutz von Arbeitern und Arbeiterinnen vor extremer Hitze beschlossen. Mit einer neuen Regelung des Arbeitsministeriums wurden die seit Jahren geltenden Verbote für Arbeit an der freien Luft in den heissen Mittagsstunden ausgeweitet. Die neuen Sperrzeiten gelten auch weiterhin nur im Sommer – aber statt zwischen 11.30 und 15.00 Uhr täglich nun von 10 bis 15.30 Uhr. Die Dauer des Arbeitsverbots wurde zudem um vier Wochen verlängert und reicht jetzt jedes Jahr von 1. Juni bis 15. September.

Die Massnahmen würden «das Risiko der Hitzebelastung für Arbeiter und Arbeiterinnen weiter lindern», teilte das Regierungspresseamt am Donnerstag mit. Gesundheit und Sicherheit hätten gerade während der Sommermonate Priorität. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Arbeitgeberorganisation IOE und der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) begrüssten die Massnahmen.

WM geplant

Unabhängig von der Jahreszeit ist Arbeit im Freien in Katar nach den neuen Regeln auch dann verboten, wenn die sogenannte Wet Bulb Globe Temperature (WGBT) über 32,1 Grad steigt. Diese wird durch Werte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit errechnet.

In Katar soll vom 21. November bis 18. Dezember 2022 die Fussball-WM stattfinden. Das reiche Emirat steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Arbeitern und Arbeiterinnen in der Kritik. Mehrere Nationen hatten sich im März zum Start der WM-Qualifikation in Europa für Menschenrechte eingesetzt und mit Protestaktionen auf die Lage hingewiesen. Rund 95 Prozent der Arbeitskräfte in dem Golfstaat sind Arbeitsmigranten und -migrantinnen.

(dpa)

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