Aktualisiert 19.08.2009 23:46

WirtschaftskriseKatastrophales Halbjahr für Bündner Industrie

Die Konjuktur in Graubünden hat sich in den letzten Monaten weiter abgeschwächt. Besonders die Industrie musste massive Einbussen hinnehmen. Dies zeigt das aktuelle Konjunkturmonitoring des Kantons.

Die nominalen Exporte der Industriebranche sind im ersten Halbjahr um 46 Prozent eingebrochen, die Importe gingen um 39 Prozent zurück. Der im Vergleich zur ganzen Schweiz überdurchschnittlich starke Rückgang habe die beachtlichen Steigerungen der letzten Jahre wieder «weggefressen», gab das kantonale Amt für Wirtschaft und Tourismus am Mittwoch bekannt.

Die Situation der Industrie scheint sich gemäss Umfragen der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH-Zürich aber langsam zu beruhigen. Bestellungseingänge und Auftragsbestände sind zuletzt nur noch leicht gesunken. Auf weiterhin tiefem Niveau befindet sich die Produktion.

Für das nächste halbe Jahr rechnen die Industriebetriebe mit einer Stabilisierung oder einer weiteren, geringfügigen Verschlechterung der Geschäftslage.

Zufriedene Baubranche

Keinen Grund zum Klagen hat die Baubranche. Die Bautätigkeit fiel leicht schwächer aus als im hervorragenden Baujahr 2008. Immer mehr Baumeister rechnen aber mit einem Rückgang der Nachfrage im Herbst.

Auch die Hoteliers erwarten eine Verschlechterung der zur Zeit «befriedigenden» Geschäftslage. Im ersten Halbjahr verzeichneten sie 7,5 Prozent weniger Logiernächte als in der äusserst starken Vorjahresperiode. In der Gastronomie beklagen 30 Prozent der befragten Betriebe deutliche Ertragsrückgänge im zweiten Quartal.

Die Detaillisten hingegen spüren die Rezession lediglich in tieferen Kundenfrequenzen. Die Umsätze gingen nur wenig zurück, und auch für die zweite Jahreshälfte erwartet die Branche keine grossen Einbrüche. Weiterhin stabil ist die Arbeitslosenquote von 1,5 Prozent. Im Juli waren in Graubünden 1553 Personen ohne Arbeit.

(sda)

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