Wil SG: Kater Franklin wurde mit Feuerwerk beschossen
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Wil SGKater Franklin wurde mit Feuerwerk beschossen

Katzenbesitzerin Jasmine Seitz aus Wil ist entsetzt: Kurz vor Silvester haben Unbekannte Feuerwerkskörper auf ihren Kater Franklin geworfen. Er erlitt schwere Verbrennungen.

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viv
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Kater Franklin wurde in der Nacht auf Silvester mit Böllern beworfen.

Kater Franklin wurde in der Nacht auf Silvester mit Böllern beworfen.

Jasmine Seitz
Er hat mehrere fünflibergrosse...

Er hat mehrere fünflibergrosse...

Jasmine Seitz
... Verbrennungen davongetragen.

... Verbrennungen davongetragen.

Jasmine Seitz

«So etwas muss bestraft werden», fordert Jasmine Seitz aus Wil. Die 21-Jährige ist ausser sich: Ihr Kater Franklin kam nach einem kurzen Spaziergang kurz vor Silvester mit schweren Verbrennungen nach Hause. Am 30. Dezember um 23.30 Uhr sei der Kater nach draussen gegangen. «Als er rund eine halbe Stunde später zurück kam, bemerkte ich zuerst gar nicht, was passiert war. Als ich ihn dann streichelte, hatte ich plötzlich ein ganzes Büschel Haare in der Hand», so die gelernte Kleinkinderzieherin.

Mit Feuerwerk verletzt

Erst habe sie gedacht, dass es sich um Verletzungen vom Kampf mit einer anderen Katze handle. «Dann sah ich aber die fünflibergrossen Verbrennungen», erzählt Seitz. Vom Tierarzt kam am nächsten Tag die Bestätigung: Die gesamte obere Hautschicht ist verbrannt.

«Der Arzt sagte, dass der Grund für die Verletzungen vermutlich Frauenfürze gewesen sind», so die 21-Jährige. An den Schwellungen der Vorderfüsse sehe man, dass das Tier zudem eingeklemmt gewesen sein muss. «Wahrscheinlich war das für diese Leute die perfekte Gelegenheit, Franklin zu quälen.»

Kater wurde mit Feuerwerk beschossen

Der Kater ist drei Tage nach der Böller-Attacke noch immer völlig erschöpft. (Video: Jasmine Seitz)

Grosse Wut im Netz

Früher sei der Kater extrem verschmust gewesen. Seit dem Vorfall verkrieche er sich aber schon beim kleinsten Geräusch. Zudem knurre und fauche er vor Schmerzen. «Er kann kaum mehr laufen. Wir wissen nicht, ob er es überleben wird», schrieb die 21-Jährige am Sonntag auf Facebook. Sie hat den Vorfall gepostet, um andere Katzenbesitzer zu warnen.

Ihr Beitrag löste eine Welle von Kommentaren aus. Neben etlichen Genesungswünschen herrscht auch grosse Wut: «Wie kann man nur Tiere quälen?», «Wie krank muss man sein?» oder «Das kommt vom hirnlosen Verhalten gewisser Leute, die das Wort Anstand für einen Brotaufstrich halten», sind noch die freundlichsten Aussagen.

Anzeige gegen Unbekannt

Seit Dienstagnachmittag kann die Wilerin etwas aufatmen. Sie war erneut beim Tierarzt und dieser meinte, dass die Heilungsphase gut verlaufe. Kater Franklin bekomme nun Schmerztabletten. «Bis die Wunden verheilt sind lasse ich ihn nicht mehr raus», so die Kleinkinderzieherin. Sie sei sich aber bewusst, dass sie das Tier nicht ewig einsperren könne.

Seitz wolle nun abwarten, ob sich noch jemand bei ihr meldet und sich für die Tat entschuldigt. «Falls das nicht passiert, werde ich noch am Mittwoch Anzeige gegen Unbekannt erstatten», sagt sie.

Silvester-Bilanz

Raketen und Böller sind nicht die besten Freunde von Tieren. «Viele Haustiere rennen von zu Hause weg, weil sie Angst haben», erklärt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Man habe allerdings heuer alle wieder gefunden. Des Weiteren komme es durch Feuerwerk immer wieder zu kleinen Bränden – so auch an diesem Silvester. Wie die Polizei mitteilte, fingen im Kanton St. Gallen und im Thurgau deswegen mehrere Bäume und Gebüsche Feuer. In Klosters GR sorgte eine Rakete, die in einer Dachuntersicht landete, sogar für einen Brand in einem Mehrfamilienhaus. Laut der Kantonspolizei Graubünden mussten die 20 Bewohner evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

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