Aktualisiert 23.07.2015 18:20

GerichtsentscheidKater mobbt Kater – Besitzerin muss zahlen

Eine Psychologin greift nicht ein, als einer ihrer zwei Kater den anderen ständig angreift. Das Bezirksgericht Meilen hat sie nun wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt.

von
qll/rom
Kater Kukeli musste leiden. (Symbolbild: Wikipedia/D.Maillard)

Kater Kukeli musste leiden. (Symbolbild: Wikipedia/D.Maillard)

Die Tierhalterin hat ihren Kater Eowyn nicht daran gehindert, ihren Kater Kukeli zu mobben. Nun wurde sie vom Bezirksgericht Meilen wegen fahrlässiger Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 150 Franken verurteilt, wie die «NZZ» am Donnerstag berichtete.

Wie es dazu kam, ist jedoch unklar. Angeblich ist Kater Kukeli von der Rasse «Heilige Birma» schon seit Geburt eher schwächlich gewesen und leidet an verschiedenen Gebrechen. Doch Kater Eowyn – das Alphatier der Katzengruppe – hat laut Aussagen, die die Tierhalterin gegenüber der Polizei machte, Kukeli derart gemobbt, dass dieser tagelang nicht unter dem Bett hervorgekommen sei und kaum noch Futter bekommen habe.

Strafe unter dem Mass

Später in der Verhandlung bestritt die alleinstehende Psychologin ihre Aussagen. Sie sei von der Polizei überrumpelt und falsch verstanden worden. Ganz im Gegenteil: Die beiden Kater seien ein «eingefleischtes Team» gewesen, behauptete die Verteidigung und forderte einen Freispruch für die Tierhalterin.

Doch die Einzelrichterin glaubte ihr nicht und verurteilte die alleinstehende Psychologin. Ihre Busse blieb jedoch unter dem Mass einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 200 Franken, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Sicher ist: Der Fall wird auch die Oberrichter beschäftigen. «Wir haben Berufung eingelegt», sagt Verteidiger Markus Erb zu 20 Minuten. Denn alle Fakten würden gegen eine Verurteilung sprechen. «Der Kater war von der Besitzerin weder vernachlässigt, noch allein gelassen worden. »

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