Katerstimmung in Berlusconis Block
Aktualisiert

Katerstimmung in Berlusconis Block

Bei den Nachwahlen konnten sich die Kandidaten der Opposition in allen sieben Wahlkreisen durchsetzen.

Die Regierungspartner machten sich gegenseitig für die Niederlage bei den Nachwahlen am Sonntag und Montag verantwortlich.

Die christdemokratische Kleinpartei UDC forderte Berlusconi auf, für eine Auffrischung des Images der Regierungskoalition zu arbeiten. «Die Wähler haben die bisher geleistete Reformarbeit nicht begriffen und belohnt. Offensichtlich haben wir ein Kommunikationsproblem», sagte UDC-Chef Marco Follini am Dienstag.

Auch die Lega Nord setzt Berlusconi unter Druck. Die Partei forderte ein stärkeres Engagement für Reformen und für die Durchsetzung des Föderalismus.

Am Dienstagnachmittag ist ein Treffen der Parteichefs der Koalition geplant, bei der über die Ursachen der schweren Wahlniederlage diskutiert werden soll. Laut politischen Beobachtern will Berlusconi eine bereits angekündigte Regierungsumbildung beschleunigen.

Linke triumphiert

Die Linke sieht die Lage anders. «Wir haben 7:0 gewonnen, was unsere rosigsten Erwartungen übertroffen hat», erklärte der Chef der oppositionellen Linksdemokraten (DS), der stärksten Oppositionspartei im römischen Parlament, Piero Fassino. Die Popularität von Regierungschef Berlusconi habe einen Tiefpunkt erreicht.

Rund 700 000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, in Wahlkreisen in Mailand, Ligurien, der Toskana und bei Neapel zu wählen. Berlusconi hat aber nach wie vor eine klare Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Die nächsten Parlamentswahlen sind für 2006 geplant.

Die Nachwahl war nötig geworden, weil sechs Abgeordnete in das EU-Parlament gewechselt sind, ein weiterer ist verstorben. Vier der Sitze waren bei der Parlamentswahl vor drei Jahren an die Opposition gegangen, drei konnte die Mitte-Rechts-Allianz von Ministerpräsident Berlusconi für sich verbuchen.

(sda)

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