Aktualisiert 02.11.2011 11:38

Brauch statt Kommerz

Katholiken gegen den «Coca-Cola-Samichlaus»

Die Römisch-Katholische Landeskirche Aargau will die hiesigen Samichläuse mehr anerkennen. Von dem Weihnachtsmann aus den USA haltet sie wenig.

Die Samichläuse, die jeweils am 6. Dezember ihre grossen und von Kindern herbeigesehnten Auftritte haben, sollen mehr Anerkennung erhalten. Mit diesem Ziel hat die Römisch-Katholische Landeskirche Aargau die ehrenamtlichen Samichläuse zur schweizweit ersten Synode eingeladen.

Am Treffen soll der Brauch, der auf den Heiligen Nikolaus von Myra zurückgeht und bis heute zu einem der beliebtesten christlichen Bräuchen zählt, gesellschaftliche Wertschätzung erfahren, wie die Römisch-Katholische Landeskirche am Mittwoch mitteilte.

Die Landeskirche wolle mit der Samichlaus-Synode «einen Kontrapunkt zur zunehmenden Kommerzialisierung durch den aus den USA stammenden Weihnachtsmann setzen», sagte Claudia Schneider, Mediensprecherin der Landeskirche, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Gegen «Coca-Cola-Weihnachtsmann»

Der Weihnachtsmann mit rotem Kostüm und weissem Bart sei ein «Coca-Cola-Weihnachtsmann». Dieser habe nicht viel mit dem Heiligen Nikolaus von Myra zu tun.

«Für uns steht der althergebrachte Brauch des Teilens im Vordergrund», hielt Schneider fest. Der wohlhabende Nikolaus von Myra habe sein Vermögen mit den Armen geteilt.

An der Synode vom 12. November in der Propstei in Wislikofen im Bezirk Zurzach können die ehrenamtlichen Samichläuse ihre Erfahrungen austauschen. Sie sollen auch Impulse für ihre Besuche in Familien und Schulen erhalten.

Die erste Samichlaus-Synode ist auf ein grosses Echo gestossen. Mehr als 90 Samichläuse aus der ganzen Deutschschweiz meldeten sich an - und auf der Warteliste stehen weiter 50 Samichläuse. (sda)

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