Wollerau SZ: Katholischer Pfarrer beichtet seine Vaterschaft
Aktualisiert

Wollerau SZKatholischer Pfarrer beichtet seine Vaterschaft

Jozef Kuzar machte bereits während seiner ersten Messe reinen Tisch. Dass er das
Keuschheitsgelübde gebrochen hat, verzeihen ihm seine Schäfchen.

von
David Torcasso

«Ich bin im Dezember 2007 Vater geworden» – ausgerechnet in seiner ersten heiligen Messe am letzten Sonntag machte Pfarrer Jozef Kuzar dieses Bekenntnis vor den Gläubigen in der katholischen Kirche Wollerau. Sein Kind und die Mutter würden im Ausland leben, berichtete die «Zürichsee-Zeitung». Der aus der Slowakei stammende Pfarrer wolle die Verantwortung «im Rahmen seiner Möglichkeiten» wahrnehmen.

Doch diese sind beschränkt: «Im Vordergrund steht, dass er für das Kind finanziell aufkommt», sagt Bistumssprecher Christoph Casetti. Kontakt mit dem Kind und vor allem mit der Mutter sei nicht gern gesehen. Laut Casetti hat Pfarrer Kuzar «versagt» und sich entschieden, seinen «Fehler» einzugestehen. Dabei hat das Bistum Chur selbst den 35-jährigen Pfarrer, für Wollerau vorgeschlagen – im Wissen um das Kind.

Zumindest die Wollerauer haben laut Kirchenratspräsident Albert Bodmer kein Prob­lem damit: «Die Leute in unserer Gemeinde mögen Kuzar sehr gut.» Obwohl es wohl das erste Mal sei, dass sich ein Pfarrer öffentlich zu einer Vaterschaft bekenne, habe er viele positive Rückmeldungen darauf bekommen. «Ich hoffe, dass nun ein Umdenken in Bezug auf das Zölibat stattfindet», sagt Bodmer. Pfarrer Kuzar war gestern nicht erreichbar.

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