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Gossau SGKatholischer Pfarrer gesteht: «Ich werde Vater»

Der katholische Pfarrer der Gemeinde Gossau wird Vater. Das hat Niklaus Popp (44) am Sonntag seinen Schäfchen in der Messe mitgeteilt.

von
Marlene Kovacs
Pfarrer Niklaus Popp arbeitet noch bis September in der Andreaskirche in Gossau.

Pfarrer Niklaus Popp arbeitet noch bis September in der Andreaskirche in Gossau.

«Wenn alles gut geht, werde ich im Mai dieses Jahres Vater», teilte am Sonntag Pfarrer Niklaus Popp in zwei Messen in der Gossauer Andreaskirche seinen Schäfchen mit. Für den 44-Jährigen war es einer der schwersten Schritte seines Lebens. «Aber ich werde die Verantwortung für Elisabeths und mein Kind übernehmen», so Popp. Seine Freundin habe er bereits vor über sechs Jahren kennengelernt. «Als ich dann erfahren habe, dass sie schwanger ist, musste ich handeln», so der Pfarrer. Deshalb informierte er im September 2010 Bischof Markus Büchel vom Bistum St. Gallen. «Da kamen bei mir tief empfundene Scham und Verzweiflung hoch», so Popp. Das Bistum St. Gallen hält ihm derweil den Rücken frei. «Ich bitte Sie alle, weder den angehenden Vater noch die Mutter zu verurteilen», so Bischof Büchel.

Nach Gesprächen und gründlichen Erwägungen reichte Popp seine Demission ein. «Man erlaubt mir, noch bis September als Pfarrer zu arbeiten», so Popp. Er will sich dann eine Auszeit nehmen. «Wie es beruflich und privat weitergeht, weiss ich noch nicht. Das werde ich zusammen mit Elisabeth entscheiden», so der Pfarrer. Für viele seiner Schäfchen sind die Vaterschaft und die Demission Popps ein Schock. «Ich bin zwar enttäuscht», so eine Kirchgängerin, «doch finde ich es mutig, dass er zu dem Kind steht.»

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