Katrina: Bush gesteht schwere Fehler ein
Aktualisiert

Katrina: Bush gesteht schwere Fehler ein

Das Weisse Haus hat schwere Fehler beim «Katrina»-Krisenmanagement zugegeben und Besserung noch vor Beginn der nächsten Hurrikan-Saison gelobt.

Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht kritisiert die Unerfahrenheit von Verantwortlichen bei Bundesbehörden sowie einen Mangel an Planung, Disziplin und Führungskraft. «Wir werden aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, um das amerikanische Volk besser zu schützen», kündigte Präsident George W. Bush an.

In dem 228 Seiten starken Bericht werden Änderungen in elf Bereichen gefordert, vor allem bei der Koordinierung der Bundesbehörden. Die Autorin Frances Fragos Townsend, zugleich Regierungsberaterin für den Heimatschutz, kritisierte, das Weisse Haus habe es versäumt, gegen Bürokratie vorzugehen und Konflikte zwischen verschiedenen Hilfsorganisationen rasch zu schlichten.

Sie listete Fehler von einem halben Dutzend Bundesbehörden auf. So habe das Ministerium für Heimatschutz nicht schnell genug mit den Notfallhelfern Kontakt aufgenommen und die Öffentlichkeit informiert. Zudem habe die Behörde es versäumt, vor der Naturkatastrophe ausreichende Vorräte anzulegen. «Wir müssen bei der Vorbereitung, der Planung viel besser werden und schneller reagieren», sagte Townsend.

Heimatschutzminister Michael Chertoff erklärte, seine Behörde habe bereits damit begonnen, einige der Kritikpunkte aufzuarbeiten. Das gelte vor allem für jene Empfehlungen, die noch vor Beginn der neuen Hurrikan-Saison Anfang Juni umgesetzt werden müssten.

In der vergangenen Woche hatte das Repräsentantenhaus einen vernichtenden Bericht zum Krisenmanagement nach der Wirbelsturm-Katastrophe von Ende August des vergangenen Jahres vorgelegt. Im Gegensatz zu den Abgeordneten verzichtete das Weisse Haus in seiner Untersuchung aber auf individuelle Schuldzuweisungen.

Es schlägt unter anderem eine Stärkung der Rolle vor, die das Verteidigungsministerium beim Schutz vor Naturkatastrophen übernimmt. So solle das Pentagon gemeinsam mit dem Heimatschutzministerium erarbeiten, wann das Militär die Hilfsbemühungen der Bundesbehörden übernehmen soll. Der Bericht mahnt zudem bessere Evakuierungspläne für bedrohte Gebiete an.

Weite Teile von New Orleans wurden nach dem Durchzug des Hurrikans überflutet. Mehr als 1.300 Menschen kamen an der US-Golfküste ums Leben, hunderttausende wurden obdachlos. (dapd)

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