Finstersee ZG: Katze hielt Feuerwehr zwei Tage lang auf Trab
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Finstersee ZGKatze hielt Feuerwehr zwei Tage lang auf Trab

Rund 14 Stunden war die Feuerwehr Menzingen am Wochenende insgesamt für die Rettung einer Katze im Einsatz. Das Tier hatte einen Baum erklommen und wollte nicht mehr hinunter.

von
as
Auf dieser Tanne hat sich das Büsi «Simba» verkrochen.

Auf dieser Tanne hat sich das Büsi «Simba» verkrochen.

Lange schien die Rettungsaktion am Wochenende aussichtslos: Das Büsi Simba hatte sich am Samstagmorgen auf eine Tanne zurückgezogen und kam nicht mehr hinunter. Die Katzenhalterin, die anonym bleiben möchte, alarmierte die Zuger Polizei, die dann die Feuerwehr Menzingen aufbot. Dies berichtet die «Neue Zuger Zeitung».

Gegen 8 Uhr morgens trafen zwei Feuerwehrleute bei der verzweifelten Katzenbesitzerin in Finstersee ein. Während rund drei Stunden versuchte die Feuerwehr, die Katze vom Baum zu holen – ohne Erfolg. «Die Katze kam zwar zwischenzeitlich vom Baum herunter, liess sich aber nicht einfangen und verkroch sich an einem unauffindbaren Ort», so Karl Nussbaumer, Hauptkommandant der Feuerwehr Menzingen.

Auch zweiter Versuch scheiterte

Am Samstagnachmittag ging ein erneuter Alarm bei der Zuger Polizei ein. Wieder hatte die Katzenhalterin angerufen und um Hilfe gebeten: Simba sei schon wieder auf einen hohen Baum geklettert und weigere sich erneut, herunterzukommen. Gegen 16 Uhr rückten wieder zwei Leute der Feuerwehr Menzingen aus. Diesmal wurden für die Rettungsaktion des Büsis zusätzlich ein Baumpfleger und ein Förster aufgeboten.

Doch auch dieser Hilfeversuch scheiterte: Simba sprang laut Nussbaumer immer kurz vor der Rettung vom Baum direkt auf den nächsten. «Auch als der Baumpfleger auf den Baum stieg und die Katze greifen wollte, hat sie sich gleich wieder losgerissen und ist noch weiter hochgeklettert», so Nussbaumer. Gegen 21 Uhr gab die Feuerwehr dann auf: «Da die Rettungsversuche so lange dauerten, mussten wir die Aktion wegen Dunkelheit abbrechen», sagt Nussbaumer.

Dritter Einsatz erfolgreich

Am Sonntagnachmittag wurde die Zuger Polizei ein weiteres Mal alarmiert. Die Katzenbesitzerin war inzwischen völlig aufgelöst, da Simba immer noch auf einem Baum sass und wie verrückt miaute. Die Frau rief gleichzeitig auch die Freiwilligen Feuerwehr Zug FFZ, damit diese einen Hubretter mitbringen. Die Besitzerin dachte, sie könne auf dem Gerät selbst zu Simba hochfahren. Nussbaumer: «Sie glaubte, so würde das Büsi sein Frauchen sehen und am ehesten runterkommen.»

Nach kurzer Zeit musste die FFZ wieder gehen: Die Zugangsstrasse zum Gelände war für den Hubretter zu klein, die Retter konnten so nicht nahe genug zum entsprechenden Baum fahren. Da auch die Feuerwehr Menzingen nichts mehr tun konnte, bot die Katzenhalterin ein letztes Mal den Baumpfleger auf. «Er konnte dann das Büsi endlich einfangen und übergab es anschliessend seinem Frauchen», so Nussbaumer.

Frage um Kosten noch nicht geklärt

Der Einsatz der Feuerwehr Menzingen wird einiges kosten: «Wir rechnen zum heutigen Zeitpunkt mit rund 1000 Franken», sagt Nussbaumer. Wer dies schlussendlich bezahlen wird, ist aber noch unklar: «Ob die Besitzerin den vollen Betrag oder nur einen Teil davon übernehmen muss, wird derzeit noch abgeklärt. Es gehört aber auch zu unseren Aufgaben, Tiere zu retten», so Nussbaumer. Falls die Katzenhalterin nur einen Teil der Kosten tragen muss, werden die Steuerzahler den Rest übernehmen.

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