31.07.2020 18:36

Cat-Attack

Katzen-Hacker zerstören tausende Datenspeicher weltweit mit Miauen

Die Daten in mehr als 4000 öffentlich zugänglichen Datenbanken sind in den letzten Tagen vollständig gelöscht worden. Unbekannte haben sie einfach mit dem Ausdruck «Meow» überschrieben. Experten vermuten Selbstjustiz.

von
Tobias Bolzern
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Treiben haarige Hacker ihr Unwesen?

Treiben haarige Hacker ihr Unwesen?

Getty Images/iStockphoto
In den letzten Tagen haben Unbekannte Datensätze in über 4000 öffentlich zugänglichen Datenbanken überschrieben.

In den letzten Tagen haben Unbekannte Datensätze in über 4000 öffentlich zugänglichen Datenbanken überschrieben.

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Zurück blieben nur der Ausdruck …

Zurück blieben nur der Ausdruck …

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Nur ein Miau statt Daten: Hacker haben Datensätze überschrieben.
  • Mehr als 4000 Datenspeicher weltweit sind laut Experten betroffen.
  • Die Hacker haben gute Absichten, die Selbstjustiz ist aber umstritten.

Ungeschützte Datenbanken sind vielfach schuld an Datenlecks. Dabei können persönliche Daten von Nutzern verbreitet werden. Experten entdecken immer wieder Datenberge im Netz. So auch Bob Diachenko. Der IT-Sicherheitsforscher entdeckte kürzlich eine ungeschützte Datenbank mit Daten eines VPN-Anbieters. Er meldete sich beim Anbieter, worauf die Daten abgesichert wurden. Doch nur kurze Zeit später waren sie wieder zugänglich.

Daraufhin nahmen sich haarige Hacker offenbar der Situation an: Sie überschrieben die Daten und liessen nur ein «Meow» (englisch für Miau) zurück. Dies war der erste bekannte Angriff der Katzen-Hacker, wie Golem.de schreibt. Die Experten vermuten, dass die Hacker aus Selbstjustiz gehandelt haben könnten.

«Sie machen es aus Spass»

Seitdem haben die Hacker Tausende ungeschützte Datenbanken auf der ganzen Welt angegriffen. Sie liessen immer ein «Meow» zurück. Betroffen sind unter anderem auch gut zwei Dutzend Server in der Schweiz.

«Ich denke, dass die Absender das aus Spass machen. Einfach, weil sie es können», sagt Diachenko gegenüber Arstechnica.com. Firmen sollten dies aber als Weckruf sehen, da es zeigt, dass sie die Daten ihrer Kunden in einem Bruchteil einer Sekunde verlieren können, wenn sie die Cybersicherheit vernachlässigen, erklärt der Experte.

Mit dieser Art von Selbstjustiz sind nicht alle einverstanden. Das Löschen der Daten könne unter anderem die Arbeit von Sicherheitsforschern erschweren, erklärt Victor Gevers von der GDI Foundation. Die Stiftung setzt sich für ein freies und offenes Internet ein. «Manche Lecks bringen schlimme Dinge ans Licht, die öffentlich werden müssen», so Gevers gegenüber Bleepingcomputer.com. Sie einfach zu löschen, bringe niemandem Vorteile.

Hackerman statt Schadsoftware

In der Hacker-Szene gibt es weitere Beispiele von Faustrecht. So haben kürzlich Hacker die Drahtzieher der Emotet-Schadsoftware übertölpelt. So zerstörerisch wie Emotet ist sonst keine andere Schadsoftware. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezeichnete Emotet als «König der Schadsoftware». Anstatt schädliche Software lieferten die Server der Cyberkriminellen nur noch GIFs aus, etwa dieses hier:

Fast schon fürsorglich ging ein Hacker im Jahr 2018 vor. Er drang in rund 100’000 Router ein, um dort eine Sicherheitslücke zu schliessen. Damit machte er sich aber strafbar, da er unerlaubt in Systeme eindrang. Auf den Routern hinterliess er eine Möglichkeit, ihn zu kontaktieren. Rund 50 Personen hätten sich damals bei ihm gemeldet, schreibt Golem.de. Die meisten seien sauer gewesen, nur wenige hätten sich bedankt.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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8 Kommentare
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Gruezi

01.08.2020, 10:54

Ich hätte gerne den digitalnewsletter ganz einfach per E-Mail! App habe ich nicht und will ich nicht.

Büsibesitzerin

01.08.2020, 08:38

Sorry das ich gerade laut lachen muss, not. Digital verbl.det geht die Welt eben unter.

Herr Breütigöl

31.07.2020, 18:39

klug ist wer ein Backup in der Schublade hat das auch noch aktuell ist und funktioniert!